Hinweis: Die Tagebuchnotizen sind in chronologischer Reihenfolge angegeben. Zum einfacheren Auffinden markanter Sehenswürdigkeiten ist der folgende Index mit Verweisen auf die betreffenden Notizen in acht getrennten Kategorien jeweils alphabetisch geordnet. Zu den Verweisen in diesem Reisebericht kann man mit dem Rückpfeil des Browsers zurückkehren.
Hinflug (Hannover - London - Los Angeles CA)
[13.06.1997]
Der gesamte Hinflug mit British Airways (BA) dauerte nach Plan von 8.05 Uhr
Ortszeit ab Hannover Langenhagen (HAJ) bis 15.50 Uhr Ortszeit an Los Angeles CA
International Airport (LAX), also 7 h 45 min + 9 h Zeitdifferenz, d.h.
16 ¾ Stunden, einschließlich einer Wartezeit von 4 Stunden in
London. Dabei ist die Zufahrt von Braunschweig mit Bahn und Flughafenbus nicht
mitgerechnet. In Braunschweig ging es morgens bereits mit Verzögerung los, weil
für den vorgesehenen Zug 5.05 Uhr ab Braunschweig bereits ½ Stunde
Verspätung gemeldet wurde. Der nächste Zug fuhr jedoch pünktlich um 5.21 ab,
und so erreichten wir den Flughafen Hannover rechtzeitig gegen 6.45 Uhr. Dafür
konnten wir ohne weitere Wartezeit gleich unser Gepäck aufgeben. Sowohl der
Abflug nach London als auch der Weiterflug von dort nach LA verspäteten sich
um jeweils eine halbe Stunde. Trotzdem kamen wir planmäßig in Los Angeles an,
allerdings fehlte einer unserer drei Koffer. Die Abfertigung bei der
Einreisebehörde ging (vermutlich auch wegen unserer Dauervisa) unverzüglich
vonstatten, allerdings gestaltete sich die Reklamation unseres fehlenden
Koffers am Schalter der BA als recht langwierig, weil wir dieses Schicksal mit
etwa 20 weiteren Passagieren teilten. Wenn man zum ersten Mal bedient wurde,
bekam man ein Formular in die Hand gedrückt, das mit Name und Heimatanschrift,
Flugnummer, Angabe und Beschreibung des vermißten Gepäckstücks einschließlich
seines Inhalts sowie mit der Lieferadresse am Zielort auszufüllen war. Danach
stand man zum zweiten Mal an, um dieses Formular abzugeben, vergessene oder
nicht richtig verstandene Punkte nachzutragen und ggf. den zugehörigen
Kofferschlüssel abzugeben, damit man zur Prüfung durch den Zoll nicht noch
einmal wiederkommen mußte. Für diesen Fall erweist es sich als günstig, wenn
man zumindest für die erste Nacht ein Hotelzimmer gebucht und die Hoteladresse
auch greifbar hat. Für die ersten beiden Nächte nach der Ankunft sowie für die
letzte Nacht vor dem Rückfug hatten wir bereits von Deutschland aus ein Zimmer
in einem preiswerten Hotel am Flughafen gebucht, so daß wir eine Hoteladresse
in der Nähe angeben konnten.
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Übernahme des Mietwagens
(LA International Airport) [13.06.1997]
Nachdem das Fehlen eines Koffers nach einer knappen Stunde erfolgreich
beanstandet war, ging es mit dem Avis-Bus vom Terminal zum Flughafenschalter
dieses Autovermieters. Am hellichten Nachmittag war hier genügend sachkundiges
Personal vorhanden, so daß die Umsetzung unseres Vouchers in einen Mietvertrag
von 5 Wochen (länger als einen Monat) problemlos abgewickelt wurde. Nach den
branchenüblichen Fragen, ob nicht doch ein größeren Auto gewünscht werde oder
noch irgendwelche Zusatz- oder Höherversicherungen erforderlich seien, wurde
der Mietvertrag ohne solche Schwierigkeiten ausgestellt, wie sie bei der
letzten Reise in Denver zunächst überwunden werden mußten. Das von Deutschland
aus gebuchte Auto der Kategorie D (Full Size 4 Door), das relativ nahe auf dem
Vermieterparkplatz stand, war diesmal ein Ford Taurus mit einem richtigen
Kennzeichen aus Blech und immerhin bereits über 13000 Meilen auf dem
Wegstreckenzähler. Außerdem kannte ich diesmal schon die inzwischen eingeführte
Sichereitsverriegelung der Türen bei eingelegtem Gang, und das vorhandene
Tageslicht erleichterte natürlich die Orientierung in dem fremden Wagen, so daß
ich nicht wie bei der letzen Reise im Dunkeln nach Bedienungsgriffen und -knöpfen
suchen mußte. Also konnte ich das Auto ohne Tücken in Betrieb nehmen und am
Schaltergebäude vorfahren, wo meine Frau Anne mit unserem Gepäck wartete. Dort
verluden wir alles und fuhren dann zu dem Flughafenhotel, in dem wir ebenfalls
von Deutschland aus ein Zimmer gebucht hatten.
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Gebuchtes Hotelzimmer (LA International Airport)
[13.06.1997]
Obwohl wir, wie bei unseren bisherigen Reisen, längs der Route keine
Hotelzimmer reserviert oder gar im voraus gebucht haben, ist das zur Gewöhnung
an die 9 Stunden Unterschied zwischen der Ortszeit in Deutschland und
Kalifornien für die ersten ein bis zwei Nächte nach der Ankunft in Flughafennähe
durchaus empfehlenswert. Dabei ist es allerdings ratsam, sich vor der Buchung
darüber zu informieren, ob die Preise in dem vorgesehenen Flughafenhotel mit der
eigenen Reisekasse verträglich sind. Das gilt insbesondere für die Hotels an den
großen internationalen Flughäfen wie z.B. dem LA International Airport LAX. Auf
Empfehlung unseres Reisebüros hatten wir über CA Ferntouristik (heute FTI
Touristik) zwei Nächte im Hazienda Hotel at LAX
(Bild 4.02), 525 N. Sepulveda Blvd, El Segundo
CA gebucht. Der North Sepulveda Boulevard führt in El Segundo teilweise in einem
Tunnel unter dem LA International Airport (LAX) hindurch, d.h. das nahe gelegene
Hazienda ist leicht zu finden. Aus Gründen der Bequemlichkeit hatten wir dort
außerdem ein Zimmer für die Nacht vor dem Rückflug gebucht. Das Hazienda Hotel
mit 640 Zimmern, kostenlosen Parkplätzen auf dem Nachbargrundsstück und einem
rund um die Uhr geöffneten nicht zu vornehmen Restaurant hat uns gut gefallen.
Als gutes Indiz für die Preiswürdigkeit haben wir die große Anzahl der nicht zu
übersehenden uniformierten Angestellten der verschiedensten Fluggesellschaften
angesehen, die dort logierten. Unser fehlender Koffer wurde bereits in der
ersten Nacht nachgeliefert und stand am nächsten Morgen bereit.
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Hollywood: Walk of Fame & Griffith Park
Observatory (Los Angeles CA) [14.06.1997]
In vielen Fotoserien über Los Angeles und Hollywood ist die als
Hollywood Sign bekannte Monumental-Schrift zu bewundern
(Bild 4.03). Da wir sie 1987 auf unserer ersten
USA-Reise in der Umgebung von Hollywood nicht gefunden hatten, wollten wir es
diesmal wissen und haben gezielt danach gesucht. Dieses Hollywood Sign steht an
der Südflanke des Mount Lee ca. 2 km nordwestlich des Griffith-Observatoriums
(siehe unten) und 4 km südöstlich von Universal City, von wo aus man es jedoch
wegen der dazwischenliegenden Berge nicht sehen kann. Sichtbar ist es z.B. von
der nördlichen Fahrspur des Hollywood Freeway US-101 zwischen den Abfahrten Santa
Monica Blvd und Sunset Blvd. Neben einigen anderen Plätzen, von wo aus man das
Sign ebenfalls gut sehen kann, wird allgemein ein längeres Stück des N. Beachwood
Drive (nördl. des Hollywood Blvd) empfohlen, an dessen oberen Ende es jedoch
bereits wieder hinter den Bergen verschwindet. Wir haben das o.a. Bild ohne
Teleobjektiv (mit nur 40 mm Brennweite) vom Canyon Drive aus aufgenommen, der
etwa 500 m östlich des N. Beachwood Drive von der Franklin Ave. nach Norden in
die Berge führt. Man sieht die Schrift auch vom Griffth-Observatorium, allerdings
so schräg von vorne, daß man deutlich erkennt, wie stark die einzelnen Buchstaben
wegen Unebenheiten der Bergflanke nach vorn und hinten versetzt sind. Sie stehen
also keineswegs in einer so geraden Linie, wie es von vorne (bzw. unten)
erscheint.
Da wir die Filmstudios in Universal City von unserer ersten Reise 1987 bereits kannten, haben wir diesmal vor dem Beginn der eigentlichen Rundreise zur Gewöhnung an den neunstündigen Zeitunterschied ein paar andere Sehenswürdigkeiten im Bereich von Los Angels, d.h. am Ende der Route 66 aufgesucht. In Hollywood gehörte dazu u.a. der Hollywood Boulevard auf dessen bekannten Walk of Fame (Weg des Ruhms) die Namen von zahlreichen Filmstars und anderen bedeutenden Persöhnlichkeiten auf je einer sternförmigen Bodenplatte mit Plakette im polierten Gehwegbelag verewigt sind (Bild 4.04). Eine weitere Sehenswürdigkeit am Hollywood Boulevard ist Mann's Chinese Theater, ein im chinesischen Stil erbautes Premierentheater, vor dem seit über 80 Jahren Fußabdrücke von Filmstars in Beton gesammelt werden. Aber nur wenig abseits dieser bekannten "Paradebeispiele" ist kaum zu übersehen, daß die große Zeit der Filmindustrie bzw. ihres Abglanzes auf die Stadt Hollywood offenbar passé ist. Vieles ist immer noch sehenswert und hat auch durchaus einen gewissen morbiden Charme, aber abseits des polierten Walk of Fame haben wir fast nichts mehr vom allseits beschworenen Glamour der Filmwelt empfunden.
Das Griffith-Observatorium liegt am Südhang des Mount Hollywood und ist eine Mischung aus Planetarium, Volkssternwarte und einem kleinen Museum mit astronomischen und verwandten physikalisch-technischen Gerätschaften (Bild 4.05). Das Observatorium ist gemeinsam mit dem zugehörigen Park und dem Griechischen Theater eine Stiftung von Col. Griffith an die Stadt Los Angeles und wird vom Department of Recreation and Parks unterhalten und betrieben. Zur Talseite des 1935 errichteten Gebäudes hat man einen guten Blick auf weite Bereiche der meistens im Dunst liegenden Stadt Los Angeles. Das bekannte Hollywood Sign auf dem Mt. Lee liegt schräg rechts hinter dem Fotografen des o.a. Bildes. Am einfachsten erreicht man das Griffith Observatorium vom Hollywood Freeway (US-101) über die Ausfahrt Vermont Ave nach Norden bis zum Ende der Straße. Vom Golden State Freeway (I-5) gelangt man über den Los Feliz Blvd zur Vermont Ave und von dort weiter wie zuvor. Eine zweite, westlicher gelegene Zufahrt ist vom Los Feliz Blvd über den Fern Dell Drive und die Western Canyon Road möglich. Einige der bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten im Griffith-Observatorium sind im erläuterndes Text zu dem o.a. Bild enthalten. Besonders beeidruckt hat uns die sehensswerte Planetariums-Show. Überrascht hat uns das benutzbare Periskop aus einem U-Boot des Zweiten Weltkriegs und der dadurch mögliche Blick auf LA. Leider konnte man durch dieses Periskop das in der Nähe gelegene Hollywood Sign nicht sehen, weil die Westkuppel des Gebäudes den Blick dorthin versperrt. [‹ Index]
Angeles Forest & Mojave Desert (CA)
[15.06.1997]
Nachdem wir den ersten Tag zum Überwinden des Jetlag hauptsächlich in Hollywood
und Umgebung verbracht hatten, sind wir am nächsten Morgen nach Norden in
Richtung Death Valley aufgebrochen, das in California an der Grenze nach Nevada
liegt (Bild 4.01). Die erste Tagesetappe
führte uns von LA über die CA-2 durch den Angeles Forest und dann weiter
über die CA-138, Cajon, I-15 und US-395 durch die Mojave-Wüste vorbei an
der dort gelegenen Edwards Air Force Base, deren Namen im Zusamenhang mit der
amerikanischen Raumfahrt auch in Deutschland bekannt geworden ist. Der Ort
Ridgecrest, in dem wir übernachtet haben, liegt etwa 15 mi östlich der US-295
an der CA-178. Auf der o.a. Routenkarte ist das bei etwa zwei Drittel der
Strecke von LA bis zur Grenze nach Nevada. Die kurvenreiche CA-2 durch den
Angeles Forest und das Stück der CA-138 bis Cajon sind in der Straßenkarte zu
Recht als landschaftlich schöne Strecke gekennzeichnet. Außer ein paar
Urlaubern im PKW und ein paar Motorrädern gibt es dort kaum Verkehr. Die
Notruftelefone am Straßenrand (Bild 4.06)
arbeiten per Funk und werden durch Solarzellen oben auf dem Mast mit Strom
versorgt. Die anschließende US-395 nach Norden durch die Mojave-Wüste
war wie die meisten Straßen im "Wilden Westen" in hervorragendem
Zustand. Die Wüste selbst wirkte natürlich auf den ersten Blick ziemlich öde,
wenngleich es auch dort immer wieder Interessantes zu sehen gab.
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Death Valley NM mit Borax Museum, Artist Drive
& Scotty's Castle (CA) [16.06.1997]
Am nächsten Tag fuhren wir von Ridgecrest über die CA-178 und weitere lokale
Straßen am Westrand des Death Valley entlang bis zur CA-190, in der Hoffnung,
von dort aus ein paar spektakuläre Blicke ins Tal des Todes zu erhaschen. Obwohl
der Zustand dieser Wüstenstraßen nach der Karte durchaus zweifelhaft erschien,
ließen sie sich bei der herrschenden Trockenheit gut befahren. Mit den
Ausblicken ins Tal wurde es jedoch nichts, weil wir auf der zur Planung
verfügbaren Karte übersehen hatten, daß das National Monument die Panamint
Range einschließt und die vorhandenen Straßen hinter dieser westlichen
Gebirgskette und nicht am Talrand verlaufen. Es wäre daher geschickter gewesen,
von Ridgecrest zur US-395 zurückzufahren und dieser Straße nach Norden zu
folgen, bis in Olancha die CA-190 nach Osten abzweigt und direkt ins Death
Valley führt. Diese beiden Straßen sind dort sogar als landschaftlich schöne
Strecke gekennzeichnet. Im Death Valley führt die CA-190 vorbei an der
damals nicht besetzten Emigrant Ranger Station, Stovepipe Wells Village, dem
Mosaic Canyon und den Ruinen der Harmony Borax Works nach Furnace Creek. Dieser
'Bach' ist jedoch nicht nach den entsprechend hohen Tagestemparaturen (im
Juli 116 °F = ca. 47 °C) benannt worden, sondern nach
den 1860 dort entdeckten Überresten eines einfachen Erz-Schmelzofens.
In den frühen 1870-er Jahren wurde auf dem Talboden des Death Valley Borax gefunden, das als Zuschlagstoff zur Herstellung von Glas und Glasuren sowie als Flußmittel zum Hartlöten verwendet wird. Vor der Ruine der 1882 gegründeten Harmony Borax Works, deren Arbeiter das Borax in der Anfangszeit einfach vom Talboden aufsammeln konnten, steht noch einer der legendären "20-Mule Trains", ein von 20 Mulis gezogener Zug aus zwei schmalen hohen Wagen, mit denen das Borax aus dem Tal transportiert wurde, sowie dem unverzichtbaren Tankwagen für Wasser (Bild 4.07). In Furnace Creek neben dem Visitor Center gibt es außerdem ein Borax-Museum (Bild 4.08), in dem zahlreiche Gerätschaften aus dieser Zeit ausgestellt sind. In diesem Freilichtmuseum sind wir bei etwa 105 °F (40 °C) gründlich durchgeschwitzt, bis wir alles gesehen hatten. Da wir bereits bei unserer ersten Reise 1987 im Death Valley waren, haben wir diesmal den tiefsten Punkt des Tals bei Badwater (282 ft = 86 m unter dem Meeresspiegel) nicht nochmals aufgesucht. Statt dessen haben wir uns diesmal den Artists Drive und die farbigen Felslandschaften der Artists Palette angesehen. Außerdem wollten wir Scottys Castle am Norausgang des Tals besichtigen (Bild 4.09). Als wir dort ankamen, waren wir die einzigen Besucher und hätten noch knapp 2 Stunden auf die letzte Führung des Tages warten müssen. Also haben wir nur den Park und das Gebäude von draußen angeschaut und sind dann über die NV-267 und die US-95 noch bis Tonopah NV weitergefahren, um dort zu übernachten. Obwohl es im Death Valley neben 7 Campigplätzen auch 4 private Hotels gibt, haben wir wegen der der ungewissen Reservierungssituation und der nicht bekannten Preise bewußt auf eine Übernachtung in diesem unwirtlich heißen Tal verzichtet. [‹ Index]
Lehman Caves NM & Wheeler Peak im
Great Basin NP (Baker NV) [17.06.1997]
Unser Übernachtungsort Tonopah liegt an der Nordwestecke unserer Route in Nevada
(Bild 4.01). Von dort aus fuhren wir am Morgen
über die US-6 nach Nordosten bis Ely und dann weiter über die US-6 / US-50 nach
Osten. Die US-50 gilt als der einsamste Highway von Nevada. Kurz vor der Grenze
nach Utah bogen wir über die NV-487 nach Baker NV ab, von wo aus die NV-488 zum
Lehman Caves NM führt. Bei den Lehman Caves handelt es sich im Gegensatz
zum Plural im Namen um eine einzelne sehenswerte Tropfsteinhöhle, in der man als
normaler Besucher nicht wirklich fotografieren kann. Die Höhle liegt im
Great Basin NP, zu dem auch der 13063 ft (3982 m) hohe Wheeler Peak
gehört. Bei dem schönen Wetter konnten wir uns natürlich nicht zurückhalten, die
unterhalb der Lehman Caves von der NV-488 abzweigenden Bergstraße bis auf eine
Höhe von über 10000 ft (3048 m) hinaufzufahren
(Bild 4.10). Der Ort Baker NV hat eine
Einwohnerzahl (population) von 86, die aber offensichtlich nicht alle in dem
bereits an eine Ghosttown erinnernden "Ortskern" um die Abzweigung der
NV-488 von der NV-487 wohnen. Vor der Fahrt zu den Lehman Caves und zum Wheeler
Peak hatten wir selbstvertändlich im einzigen Motel des Ortes mit nur 7 Zimmern
Quartier bezogen (Bild 4.11). Das
gegenüberliegende "Outlaw" (Bild 4.12)
paßte als Cafe, Restautant & Bar in seinem rustikalen Stil genau in diesen
Ort, und das in diesem Familienbetrieb servierte Essen bestätigte die Empfehlung
der Motelinhaberin.
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Wüste in Utah
[18.06.1997]
Da wir die mehr oder weniger rostigen Kalksteingebilde in den verschiedenen
Nationalparks von Utah bereits auf unserer letzten Reise 1994 zur Genüge
besichtigt hatten, haben wir diesmal den Staat Utah an einem Tag durchquert
(Bild 4.01) und dabei hauptsächlich die
durchaus sehenswerte Wüstenlandschaft im klimatisierten Auto auf uns
wirken lassen. Beim Übergang von Nevada nach Utah haben wir zum ersten Mal
die Zeitzone gewechselt (Zeitzonen), an
dieser Grenze von der Pacific (PDT) zur Mountain Daylight Time (MDT), nach
der es nur noch 8 statt 9 Stunden früher ist als in Deutschland (MESZ).
Diese Tagesetappe wurde mit 414 mi (666 km) die längste der gesamten Reise.
Von Baker NV aus sind wir zunächst über die UT-21 in Richtung Beaver UT
gefahren, um die an dieser Strecke gelegene Old Frisco Mining Town
zu besichtigen, die sich jedoch bedauerlicherweise als nicht sehenswerter
Flop erwies. Von Beaver aus ging es dann über die I-15 zur I-70 / US-50
und auf dieser größtenteils als Freeway ausgebauten Interstate weiter nach
Osten bis Green River UT, wo wir bereits gegen 14.00 Uhr ankamen. Südlich
dieses Ortes wollten wir uns den in einer älteren Karte angegebenen
Crystal Geyser anschauen, den wir jedoch nicht gefunden haben. In
neueren Karten ist dort der Green River State Park mit Campingplatz
ohne Hinweis auf diesen Geyser angegeben. Deshalb haben wir die weitere Suche
abgebrochen und sind statt dessen noch bis Grand Junction CO
weitergefahren, das nur etwa 30 Meilen hinter der Grenze zwischen Utah und
Colorado liegt. Dort haben wir uns in demselben Motel einquartiert wie bei
unserer ersten und dritten Reise und uns dann in dem benachbarten Steakhouse
(Bob & Jan's Prime Rib & Lobster House) eines der bewährten
Prime Ribs gegönnt, bevor wir uns zur wohlverdienten Ruhe begeben haben.
Trotz der langen Strecke haben wir die Fahrt mit zwei Fahrern bei den guten
Straßen und der geringen Verkehrsdichte jedoch als keineswegs anstrengend
empfunden.
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Colorado NM (CO)
[19.06.1997]
Am nächsten Morgen haben wir bei unserem nunmehr dritten Aufenthalt in Grand
Junction CO endlich einmal das in der Nähe gelegene Colorado NM besucht. Den
Westeingang dieses National Monument erreicht man am einfachsten über den Ort
Fruita, der ca. 10 mi westlich von Grand Junction an der I-70 und an der
US-6 / US-50 liegt. Von dort geht es auf der CO-340 nach Süden zu dem nur knapp
2 mi entfernten Abzweig in das NM. An der Eingangssperre erlebten wir folgende
nette Begebenheit.
Wir hatten einen sog. "Golden Eagle Pass", mit dem man für 50 $ ein Jahr lang alle dem National Park Service angehörenden Parks, Monuments etc. ohne weiteres Eintrittsgeld besichtigen kann. Dieser Pass ist vom Käufer als rechtmäßigem Inhaber unterschrieben, in meinem Fall mit M. Gärtner, und nicht übertragbar. Da diese Bestimmung offenbar oftmals mißachtet wird, kontrollieren die Ranger sporadisch die Identität der Inhaber. In diesem Fall erklärte uns die offensichtlich gelangweilte Rangerin an der Kasse, bei ihr werde jeder fünfte überprüft, der einen Golden Eagle Pass vorlege, und das sei ich nun gerade. Deshalb wolle sie von mir Drivers Licence oder Passport sehen. Die lagen bei dem warmen Wetter beide mit meiner Jacke im Kofferraum. Um das Kassenfenster erreichen zu können, stand unser Auto natürlich zum Aussteigen zu dicht an dem Kassenhäuschen. Also erst einmal unter den mißtrauischen Blicken der Rangerin rangieren, aussteigen und den gewünschten Reisepaß aus dem Kofferraum holen, um ihn dann aufgeschlagen hinzureichen. Der Stimmungsumschwung der Rangerin war bühnenreif, nachdem nicht nur meine Identität stimmte, sondern sie außerdem im Paß meinen Doktortitel und beim Blättern auch noch das Dauervisum mit 'unbegrenzter Gültigkeit' für 'mehrfache Einreise' gesehen hatte. Genau so bühnenreif waren ihre wortreichen Entschuldigungen, wie sie mir denn nur hätte derart mißtrauen können, daß sie sich zu einer Überprüfung hätte hinreißen lassen. Wir nahmen alles mit dem nötigen Humor und und wurden nach einem angenehmen Schwatz mit einem Kassednzettel über $0.00 für wiederholten Eintritt bis zum 25.06.97 und den besten Wünschen zur Weiterfahrt verabschiedet.
Vom Westeingang führt der 22 mi (ca. 35 km) lange "Rim Rock Drive" an zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Colorado NM entlang bis zum Osteigang, durch den man nahe bei Grand Junction wieder auf die CO-340 gelangt. Innerhalb des National Monument folgt der Rim Rock Drive den Rändern (Rims) bzw. Konturen der dortigen Canyons, Fruita ~, Lizard ~, Wedding ~, Monument ~, Ute ~, Red ~, Columbus ~ und No Thoroughfare ~. Der Blick in den Ute Canyon (Bild 4.13) vermittelt einen recht repräsentativen Eindruck von der Landschaft in diesem National Monument. [‹ Index]
Black Canyon of the Gunnison NM (CO)
[19.06.1997]
Am späten Vormittag führte uns der Weg vom Colorado NM über die CO-340 und die
US-50 nach Montrose CO, wo wir zunächst Quartier bezogen, und dann weiter zum
Black Canyon of the Gunnison NM. Auf der CO-347, die 8 mi östlich von Montrose
von der US-50 nach Norden abzweigt, gelangt man über das Visitor Center des
National Monument zum besser erschlossenen Südrand (South Rim) des Canyon.
Dort führt eine etwa 8 mi lange Straße zu gut einem Dutzend Aussichtsspunkten,
von denen man bemerkenswerte Einblicke in den Canyon hat
(Bild 4.14). Bei unserer ersten Reise 1987
waren wir nur an diesem South Rim entlanggefahren, um den an der engsten Stelle
1725 ft (ca. 525 m) tiefen und zwischen seinen oberen Rändern 1150 ft (ca. 350 m)
breiten Canyon zu bewundern. Der weniger gut erschlossene North Rim reizte uns
auch diesmal nicht, sondern die Talsohle, zu dessen "East Portal",
dem Einlauf des Gunnison River in den Canyon, man über die kurvenreiche sog.
East Portal Road mit 14 % Gefälle hinunterfahren kann. Dort sieht und hört man
den rauschenden Fluß ganz aus der Nähe. Der in dieser Talenge vorhandene
Staudamm (Gunnison Diversion Dam) und der dahinter liegende Stausee konnten
jedoch nur durch einen Sicherheitszaun angeschaut werden.
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Stand: 10.09.2009 / © MG