Hinweis: Die Tagebuchnotizen sind in chronologischer Reihenfolge angegeben. Zum einfacheren Auffinden markanter Sehenswürdigkeiten ist der folgende Index mit Verweisen auf die betreffenden Notizen in sechs getrennten Kategorien jeweils alphabetisch geordnet. Zu den Verweisen in diesem Reisebericht kann man mit dem Rückpfeil des Browsers zurückkehren. Die Texte der Tagebuchnotizen sind großenteils noch in Arbeit.
Reiseroute [gesamte Reise]
Um einen Eindruck von der durchgeführten Reise zu vermitteln, ist die
Route in eine USA-Karte geeigneten Maßstabs eingetragen
(Bild 2.01), auf die im Laufe dieser
Tagebuchnotizen bei Bedarf immer wieder verwiesen wird. Unter dem Bild
sind die markantesten Reisemerkmale angegeben. Weitere Einzelheiten folgen
in diesen Tagebuchnotizen. Für Planung und Fahrt wurden selbstverständlich
detailliertere Karten benutzt, zur großräumigen Übersicht vor allem ein
handlicher Straßenatlas (RM 01) und zum
Auffinden der 'Nebenstrecken' und Sehenswürdigkeiten Faltkarten der einzelnen
Staaten, sowohl vor Ort gekaufte (RM 10)
als auch solche, die von den staatlichen Fremdenverkehrsämtern herausgegeben
werden (RM 11). Oft wurden auch die
darin enthaltenen bzw. eigens erworbene Stadtpläne verwendet. Die angegebenen
Kurzbezeichnungen von Fernstraßen
(z.B. US-395) sind unter dem betreffenden Hinweis erläutert.
[‹ Index]
Hinflug (Hamburg – London –
San Francisco CA) [20.08.1991]
Der gesamte Hinflug sollte nach Flugplan von 11.25 Uhr Ortszeit ab
Hamburg Fuhlsbüttel (HAM) bis 16.05 Uhr Ortszeit an San Francisco CA
International Airport (SFO), also 4 h 40 min + 9 h Zeitdifferenz,
d.h. etwa 13¾ Stunden dauern, die Anfahrt von Braunschweig mit
dem Auto nach Hamburg nicht mitgerechnet. Bei dieser zweiten USA-Reise
sind wir nicht mit dem eigenen Auto nach Hamburg gefahren, sondern
unser Nachbar hat es sich nicht nehmen lassen, uns mit seinem Auto
von Braunschweig nach Fuhlsbüttel zu bringen. Dadurch mußten keine
Parkgebühren am Flughafen bezahlt werden, die 1987 bereits 174 DM
gekostet haben. In den vier Jahren seit unserer ersten USA-Reise
(1987) waren die Linienflüge über den Atlantik so preiswert geworden,
daß es keinen Grund mehr gab, sich nochmals einen Charterflug mit den
Einschränkungen bei der Abfertigung und auf 20 kg Gepäck anzutun.
Für den gewünschten Termin hat unser Reisebüro die preiswertesten
Plätze bei United Airlines (UA) über London Heathrow (LHR) gefunden,
wo gut eine Stunde Zeit zum Umsteigen vorgesehen war. Tatsächlich
ging es in Hamburg mit knapp einer Stunde Verspätung los und in
London entsprechender verzögert weiter, so daß wir gegen 17.00 Uhr
Ortszeit, also eine Stunde später in San Francisco ankamen. Als
besonders angenehm haben wir die übliche Zeit zum Einchecken von nur
einer Stunde vor dem Abflug empfunden und den merklich besseren
Service beim Gepäckaufgeben. Dabei waren die Linienflugkarten mit
1324 DM pro Person sogar noch billiger als vier Jahre zuvor die
Charterflugkarten mit 1550 DM.
[‹ Index]
Übernahme des gebuchten Mietwagens
(San Francisco International Airport SFO) [20.08.1991]
Nach dem Passieren der Einreise-, Paß- und Visakontrolle begaben wir uns zu
den Haltestellen, von denen aus die Busse der Autovermieter ihre Kunden
kostenlos zu den entsprechenden Flughafenschaltern fahren. Das Anmieten des
von Deutschland aus gebuchten Autos der Kategorie C (Intermediate 4-Door)
am Avis-Schalter lief ohne Besonderheiten ab. Selbstverständlich wurden wir
gefragt, ob wir wirklich das reservierte Auto der bestellten Kategorie oder
nicht doch lieber ein größeres haben möchten und welche der zusätzlichen
Versicherungen, Haftpflicht-Höherversicherung (ALI = Additional Liability
Insurance), Vollkasko-Versicherung (CDW = Collision Damage Waiver, später
oft LDW = Loss Damage Waiver) und Insassen-Unfallversicherung (PAI =
Passenger Accident Insurance) wir noch abzuschließen wünschten. Eine
Haftpflicht-Höherversicherung bis seinerzeit 1 Million DM (ca. 500.000 $)
und die Vollkasko-Versicherung war durch die Buchung über DER-Tour bereits
als Gruppenversicherung bei einem deutschen Unternehmen enthalten, und
zwar für eine deutlich günstigere Prämie als beim Autovermieter selbst
(siehe auch Hinweise zu
Mietwagenreisen). Es
war allerdings nicht ganz einfach, der amerikanischen Angestellten am
Vermietungsschalter diesen Sachverhalt mit eigenen Worten und anhand des
deutschsprachigen Versicherungsscheins klarzumachen. Auf die ebenfalls
wärmstens empfohlene Insassen-Unfallversicherung (PAI) haben wir jedoch
guten Gewissens verzichtet. So gab sich die Avis-Angestellte schließlich
zufrieden und bestätigte uns auf Nachfrage, daß die Ehefrau (Spouse) bei
Avis immer noch ohne besondere Angabe im Mietvertrag und ohne Zusatzkosten
als 'zweiter Fahrer' automatisch eingeschlossen sei, und unsere alten
grauen deutschen Führerscheine wurden erwartungsgemäß ohne Probleme
anerkannt. Nach Verrechnen des Vouchers für die in Deutschland bereits
entrichtete Automiete sowie Vorlage der Kreditkarte als Kaution für das
überlassene Auto und eventuelle Zeitüberschreitungen sowie zum Verrechnen
der Mehrwertsteuer (VAT = Value Added Tax) wurde der Mietvertrag
unterschrieben. Daraufhin bekamen wir den Vertrag mit Angabe des
Autokennzeichens und einer Stellplatznummer sowie die Autoschlüssel
ausgehändigt. Außerdem wurde uns die Lage dieses Stellplatzes neben der
Vermietstation beschrieben und der Autotyp "Chevrolet Beretta"
genannt. Diesmal war es noch hell, und so hatte ich keine Mühe, das
Auto auf dem Parkplatz zu finden. Überraschenderweise war das ein
zweitüriger 'Sportflitzer', der ebenfalls zur Kategorie C (Intermediate
4-Door) gehörte und für zwei Personen voll und ganz gereicht hätte.
Warum das Auto am nächsten Morgen dann in einen Pontiac 6000 LE der
Kategorie E (Full Size 4-Door) umgetauscht wurde, werde ich vor
unserer Abfahrt aus San Francisco berichten.
[‹ Index]
Das erste nicht reservierte Motelzimmer
(San Mateo CA) [20.08.1991]
Da wir bei dieser Reise bereits kurz nach 16.00 Uhr Ortszeit (also noch im
Hellen) in San Francisco sein sollten, hatten wir diesmal auch für die erste
Nacht kein Zimmer in Flughafennähe gebucht. Selbst mit einer Stunde Verspätung
hatten wir immer noch genügend Zeit, uns eine Unterkunft zu suchen. Der
International Airport SFO liegt auf der Bay-Seite in South San Francisco,
von wo aus es nicht weit nach San Mateo ist. Da wir Hotels in amerikanischen
Großstädten möglichst gemieden haben, wollten wir wieder im dortigen Casa
Mateo Motel übernachten, das wir von unserer ersten Reise kannten. Um so
überraschter waren wir, daß es dieses Motel in der Nähe der US-101 nicht mehr
gab, sondern daß es durch einen Neubau mit dem Namen Motel Orleans ersetzt
war. Es gehörte jedoch, wie sein Vorgänger, zur Kette Meyer's Motels, die an
der Westküste der USA einige Motels betreibt. Das Orleans war zwar deutlich
schöner, aber auch merklich teurer als das Casa Mateo. Da wir jedoch keine
Lust hatten weiterzusuchen, wurden wir dort für die erste Nacht 70,20 $
los (65,00 $ + Umsatzsteuer). Obwohl das fast doppelt so viel war wie
erwartet, hat es uns dennoch nicht ruiniert. Anschließend sind wir noch eine
Runde durch San Mateo gefahren, um zu Abend zu essen und etwas Proviant für
die bevorstehende Reise einzukaufen, vor allem eine Isolierkanne für Wasser
und eine Kühlbox für Getränke und Obst. Dabei sind wir erstmals über die
Business Route CA-82 gefahren, die als El Camino Real durch zahlreiche Orte
der Halbinsel bis nach San Francisco verläuft. Dort gab es auch in San Mateo
zahlreiche kleinere Motels, in denen wir vermutlich billiger logiert hätten,
aber das war natürlich jetzt nicht mehr zu ändern. Obwohl es leicht möglich
ist, bei nicht zu später Ankunft auch ohne Buchung noch ein preiswertes
Zimmer zu finden, haben wir bei unseren folgenden Reisen jeweils für die
erste Nacht ein Zimmer in Flughafennähe gebucht. Das ist nicht nur bei
später Ankunft ratsam, sondern auch für den Fall, daß ein aufgegebener
Koffer erst verspätet ankommt. Dann kennt man nämlich bereits bei der
Reklamation am Flughafenschalter eine Adresse, an die der Koffer kostenlos
nachgeliefert werden kann, und man muß nicht nochmals selbst zum Flughafen,
um ihn dort anzuholen. – Als wir nach Einbruch der Dunkelheit in
unser Motel zurückfuhren, stellten wir fest, daß an unserem Mietwagen das
Fernlicht nicht funktionierte. Im Stadtverkehr war das zwar nicht dramatisch,
aber unsere vierwöchige Rundreise wollten wir mit einem solchen Fehler
doch nicht antreten.
[‹ Index]
Defektes Fernlicht &
Abfahrt aus San Francisco (CA) [21.08.1991]
Nachdem wir am Vorabend festgestellt hatten, daß an dem Mietwagen das
Fernlicht nicht funktionierte, fuhren wir an diesem Morgen nochmals zur
Avis-Vermietstation am Flughafen, der ohnehin an unserem Weg nach Norden
lag. Anhand der Wegweiser "Rental Cars Return" war die Station
leicht zu finden. Wir haben dann jedoch am Anfang der Abgabespuren gewartet
und einem herbeigeeilten Mitarbeiter erklärt, dass wir mit dem defekten
Fernlicht nicht auf Tour gehen wollten. Als er sich von dem Fehler
überzeugt und dann auch noch im Vertrag die lange Mietdauer von vier Wochen
gesehen hatte, entschuldigte er sich wortreich und bedauerte zutiefst die
Herausgabe eines derart fehlerhaften Autos. Daraufhin wurde jedoch nicht
etwa repariert, sondern ich bekam im Büro sofort einen anderen Mietwagen
angeboten, während meine Frau in dem zurückzugebenden Wagen mit unserem
Gepäck blieb. Da allerdings kein Auto der gemieteten und bezahlten Kategorie
C (Intermediate) sofort verfügbar war, wurde ich gefragt, ob ich als Ersatz,
selbstverständlich ohne Zuzahlung, einen Wagen der Kategorie E (Full Size,
4-Door) akzeptieren würde. Auf meine Zustimmung hin bekam ich sofort den
Schlüssel für einen vor der Tür stehenden Pontiac 6000 LE ausgehändigt.
Als ich mit diesem "Schiff" neben das Auto fuhr, in dem meine Frau
noch wartete, kam sie aus dem Staunen nicht heraus. Den Avis-Leuten war ihr
Versehen sichtlich unangenehm, denn sie räumten nicht nur unser Gepäck um,
sondern wir hatten das Gefühl, sie hätten am liebsten auch noch uns von
dem einen in das andere Auto umgesetzt, um ihren Fehler wiedergutzumachen.
Nachdem unser Gepäck kaum umgeladen war, kam die Angestellte aus dem Büro
und brachte den geänderten Mietvertrag, in dem wirklich der bisherige Preis
stand. Nach nochmaligen Entschuldigungen wurde uns "gute Fahrt"
gewünscht, und wir verließen das Gelände der Autovermietung, um mit etwas
Verzögerung, aber dafür mit einem intakten und sogar größeren Auto zu
unserer Rundreise aufzubrechen.
Da wir auf unserer ersten USA-Reise 1987 bereits in San Francisco waren, sind in dem zugehörigen Reisebericht (San Francisco 1987) bereits 7 Bilder aus dieser Stadt und deren Umgebung enthalten (Bilder 1.14 bis 1.20). Deshalb wollten wir uns vor unserer Abfahrt aus San Francisco dort nicht noch groß umsehen, sondern haben die Besichtigung ein paar weiterer Sehenswürdigkeiten an das Ende unserer Rundreise auf den Tag vor dem Rückflug verschoben (siehe San Francisco Rückflug). Zwei der dabei aufgenommenen Fotos haben wir jedoch an dieser Stelle in die Bilderserie eingereit, um vor der Abfahrt ein paar Eindrücke dieser bemerkenswerten Stadt zu vermitteln. Das ist zum einen das von vielen Fotos bekannte Stück der Lombard Street, wo sich diese Straße in Serpentinen zwischen Blumengärten bergab schlängelt (Bild 2.02). Dieses recht kurze Straßenstück hatten wir bei unserem ersten Aufenthalt in San Francisco nicht gefunden. Zum anderen ist das der Yachthafen am Pier 45 von Fischerman's Warf, in dem die Yachten an diesem Wochentag (Mittwoch) dicht an dicht lagen (Bild 2.03). Am Morgen des 21.08.1991 führte unser Weg von San Francisco über die Golden Gate Bridge auf dem berühmten Highway 1 nach Norden. Wenn es nicht nebelig ist, hat man vom Vista Point am Nordufer des Golden Gate einen spektakulären Blick auf diese 1937 erbaute Brücke und die Stadt San Francisco im Hintergrund (Bild 2.04). [‹ Index]
Muir Woods NM, Point Reyes Nat. Seashore,
"Die Vögel" (Bodega Bay CA) [21.08.1991]
Vom Vista Point am Nordende der Golden Gate Bridge sind wir an der
Pazifikküste entlang nach Norden gefahren
(Bild 2.01). Die meisten
der folgenden Details bis zur Grenze nach Oregon sind jedoch im
Kartenmaßstab des Bildes nicht zu erkennen. Lediglich die beiden
Übernachtungsorte Fort Bragg (bei etwas einem Drittel der Strecke
von San Francisco bis zur Grenze nach Oregon) und Crescent City
(unmittelbar südlich dieser Grenze) sind durch kleine Kringel in
bzw. an der Reiseroute markiert. –
Die Künstlerkolonie Sausalito, die etwa 2 mi nördlich der
Golden Gate Bridge an der Bay liegt, haben wir aus Zeitgründen nicht
besucht, weil der Umtausch des schadhaften Autos bereits einige Zeit
beansprucht hatte. Etwa 4 mi nördlich der Brücke zweigt der
bekannte Hwy-1 als Küstenstraße vom Freeway US-101 nach Westen ab und
führt von dort auf den nächsten etwa 180 mi weitgehend direkt an
der Pazifikküste entlang nach Norden. In Leggett ist der Hwy-1 zu Ende
und trifft wieder auf den Freeway US-101, der zunächst im Binnenland
und dann wieder an der Küste weiter nach Norden verläuft, wo die US-101
teilweise nicht mehr als Freeway ausgebaut ist. Crescent City ist die
letzte größere Stadt in California nahe der Grenze zu Oregon (Kringel
an der Reiseroute). Der gesamte Hwy-1 und weite Teile der US-101 sind
in diesen Bereichen als landschaftlich schöne Strecke (Scenic Road)
ausgewiesen. –
Nördlich von San Francisco führt der Hwy-1 zunächst durch die Golden
Gate NRA und das Muir Woods NM. Dieses National Monument ist
ein kleines Gebiet mit majestätischen Redwood-Bäumen, das mit seinen
Lehrpfaden wegen der Nähe zu San Francisco ein beliebtes Ausflugsziel
ist. Während der Fahrt auf dem Hwy-1 mit seinen Kurven, Steigungs- und
Gefällestrecken hat man immer wieder einen Ausblicke auf die herrliche
Steilküste am Pazifik (Bild 2.05).
Das Bild zeigt außerdem die Mitautorin Anne und den Pontiac 6000 LE,
den wir als Ersatz für den ursprünglich gemieteten kleineren Mietwagen
der Kategorie C mit dem defekten Fernlicht erhalten haben. Weiter nördlich
liegt die Küstenwildnis Point Reyes National Seashore am
Wegesrand. Obwohl mehrere Stichstraßen in dieses Wanderparadies
hineinführen, sind wir auf dem Hwy-1 daran vorbeigefahren. Gut 60 mi
nördlich des Golden Gate liegt Bodega Bay
(Bild 2.06), der Ort in dem
Alfred Hichcock 1963 große Teile seines Films "Die Vögel"
gedreht hat.
[‹ Index]
Fort Ross CA, das südlichste
ehemals russische Fort in CA [21.08.1991]
Knapp 20 mi nördlich von Bodega Bay, d.h. nur etwa 80 mi
vom Golden Gate entfernt, liegt der Historic State Park Fort
Ross, das ehemals südlichste russische Fort an der Pazifikküste
(Bild 2.07). Das Fort wurde
1812 von Pelzhändlern errichtet, die von dem seinerzeit russischen
Alaska so weit nach Süden vorgedrungen waren. Seit Beginn des 20.
Jahrhunderts ist Fort Ross im Staatseigentum und heute als
historisches Denkmal weitgehend rekonstruiert. Es gibt dort
Besichtigungstouren und gelegentlich auch kulturelle Veranstaltungen,
aber man kann das Fort auch auf eigene Faust erkunden und sich an
den aufgestellten Texttafeln orientieren. Nach der Besichtigung von
Fort Ross sind wir am Nachmittag über zahlreiche kleine Küstenorte
wie Gualala, Point Arena, Manchester und Mendocino bis Fort Bragg
weitergefahren, wo wir übernachtet haben. Von Fort Bragg fährt immer
noch die dieselbetriebene California Western Railroad, eine
ehemalige Holzfällerbahn, die auch Skunk (Stinktier) genannt
wird, durch das Küstengebirge (Coast Ranges) nach Willits an der
US-101. Obwohl die etwa 35 mi lange Bahnstrecke durch
Redwood-Wälder führt, die mit dem Auto nicht zugänglich sind, haben
wir auf eine Fahrt mit dieser Bahn verzichtet. Dafür hätten wir
nämlich einen ganzen Tag aufwenden müssen. Zu Abend gegessen haben
wir in einer Brauerei-Gaststätte, die wir dort nicht erwartet hätten.
Unser Tisch war dort nur durch eine Glaswand von der Braupfanne
getrennt.
[‹ Index]
Drive-Through Trees,
Avenue of the Giants (Humboldt Redwoods SP), Redwood NP,
Jedediah Smith Redwoods (CA) [22.08.1991]
Zwischen Fort Bragg und Crescent City reihen sich die Parks mit
Redwood-Mammutbäumen (botanische Bezeichnung: Sequoia sempervirens)
entlang der Pazifikküste aneinander wie Perlen auf einer Schnur. Das
beginnt mit dem Drive-Thru Tree Park bei Leggett, wo sich der
Hwy-1 mit der US-101 vereinigt. In diesem Park gibt es Bäume, die
unten eine so große Öffnung im Stamm haben, durch die man mit dem
Auto hindurchfahren kann. Der bekannteste dieser Bäume ist der
Chandelier Tree (Bild 2.08),
mit einer Höhe von 315 ft (ca. 96 m), einem Stammdurchmesser
von 21 ft (ca. 6,40 m) und einem Durchlaß von der Größe
eines Garagentors. Natürlich konnten auch wir der Versuchung nicht
widerstehen, mit unserem Mietwagen dort hindurchzufahren. –
Weiter nördlich schlängelt sich die landschaftlich schöne Strecke
der alten US-101 von Phillipsville bis Pepperwood etwa 33 mi
(ca. 53 km) rechts und links des heutigen Freeway als
Avenue of the Giants durch den Humboldt Redwoods SP.
Neben vielen fast 100 m hohen Mammutbäumen beeindruckte uns
die Baumscheibe eines knapp 900 Jahre alten Redwood vor dem
Burlington Visitor Center südlich von Weott
(Bild 2.09). –
Auf den letzten 40 mi vor Crescent City führt die US-101
als landschaftlich schöne Strecke (Scenic Road) durch den
Redwood NP bis zu den östlich dieser Stadt gelegenen
Jedediah Smith Redwoods. Trotz der vielen imposanten
Mammutbäume ist es uns dennoch gelungen, in der folgenden Nacht
nicht davon zu träumen.
[‹ Index]
Oregon Caves NM (Cave Jct. OR)
[23.08.1991]
Von Crescent City (CA) sind wir auf der US-199 von der Pazifikküste
nach Nordosten ins Landesinnere Oregons gefahren
(Bild 2.01) und danach wieder
an die Küste zurückgekehrt (winkelförmiger Routenverlauf im Südwesten
Oregons). Die US-199 führt durch einen Tunnel über die Grenze
(Bild 2.10), dessen Einfahrt
auf der kalifornischen Seite im Bild zu sehen ist. Etwa 15 mi
nördlich der Grenze erreicht man Cave Jct., wo die OR-46 in das
Oregon Caves NM abzweigt (kleiner Abstecher nach Südwesten dicht an
der Südgrenze Oregons auf der Routenkarte). Nach 20 mi erreicht
man die Oregon Caves, wo wir etwa 2 Stunden auf die nächste
Führung warten mußten. Wegen der ungewöhlichen taschenförmigen
Stalagtiten in dieser Tropfsteinhöhle
(Bild 2.11), die durch
eisenhaltiges Wasser rostig braun gefärbt sind, haben wir diese
Wartezeit im Schatten des dort vorhandenen Laubwaldes auf uns
genommen, um diese Tropfsteinformationen während der etwa
einstündigen Führung in natura anschauen zu können. –
Anschließend sind wir auf der OR-46 zurück nach Cave Jct. gefahren
und von dort auf der US-199 weiter über Grants Pass (OR),
die OR-20 und I-5 bis Medford (OR), wo wir übernachtet haben
(Kringel etwa in der Mitte des unteren Routenstücks nach Nordosten
in Bild 2.01). Von dort aus
ging es am nächsten Morgen auf der OR-62 weiter zum Crater Lake NP
(rechte Ecke des winkelförmigen Routenstücks). Nach dessen
Besichtigung sind wir über die OR-138, Roseburg und die OR-42 an
die Pazifikküste zurückgekehrt, wo wir in Coos Bay übernachtet
haben (Kringel an der linken Ecke des oberen winkelförmigen
Routenstücks). Von dort aus ging es dann am darauffolgenden Morgen
auf der US-101 an der Küste weiter nach Norden, bis wir in Lincoln
City der OR-18 nach Portland (OR) ins Landesinnere gefolgt sind.
[‹ Index]
Crater Lake NP & Coos Bay (OR)
[24.08.1991]
Der Crater Lake, nach dem der einzige Nationalpark in Oregon
benannt wurde, ist der mit Wasser gefüllte Krater des vor etwa
6000 Jahren ausgebrochenen Vulkans Mt. Mazama
(Bild 2.12). Der nahezu
runde See hat einen maximalen Durchmesser von ca. 9,65 km,
und der auf dem Kraterrand entlangführende Rim Drive mit
zahlreichen Aussichtspunkten ist 53 km lang. Der Wasserspiegel
dieses intensiv blauen Sees ohne Zu- und Abflüsse stellt sich als
Gleichgewicht aus Niederschlägen und Verdunstung ein. Er liegt
1882 m über dem Meer, und der Kraterrand ragt bis
2455 m empor, liegt also 573 m über dem Wasserspiegel.
Der Crater Lake ist im Mittel 457 m und maximal 589 m
tief. Im Westen des Sees ragt Wizard Island als neuer Vulkankegel
bereits 233 m aus dem Wasser. Das Rim Village mit dem
Visitor Center liegt 2164 m über dem Meesresspiegel und hat
uns als Bewohner der Norddeutschen Tiefebene nach der Fahrt von
der Pazifikküste dort hinauf zeitweise etwas schwerer atmen
lassen. Auf eine Rundfahrt über den längeren östlichen Teil des
Rim Drive haben wir genau so verzichtet wie auf eine von dort
aus mögliche etwa zweistündige Bootsfahrt zum Wizard Island.
Nachdem wir uns am Kraterrand in der Nähe des Visitor Center
lange genug umgeschaut hatten, sind wir über den westlichen Teil
des Rim Drive gefahren, um dann den Nationalpark nach Norden zu
verlassen. Bei dem klaren Wetter konnten wir von dort aus den
2799 m hohen Mt. Thielsen
(Bild 2.13) bewundern.
Vom Nordeingang des Parks sind wir über die OR-138, Roseburg und
die OR-42 an die Pazifikküste zurückgekehrt, wo wir in Coos Bay
übernachtet haben. Dort hat mich die tyisch amerikanische
Stromversorgung mit den drei Einpasen-Masttransformatoren vor dem
AAA-Motel "Coos Bay Inn" an der Ortsdurchfahrt der
US-101 (Bild 2.14) genau
so fasziniert wie der große Haufen noch dampfender Holzspäne auf
dem Betriebsgelände gegenüber
(Bild 2.15). Diese Menge
zwischengelagerter Späne darf einen nicht wundern, denn Coos Bay
war einmal der bedeutendste Umschlagplatz für Nutzholz mit den
entsprechenden Verarbeitungsbetrieben. Diese historische
Bedeutung scheint der Ort jedoch zum Teil verloren zu haben und
inzwischen zunehmend vom Tourismus zu leben. Am nächsten Morgen
haben wir in Mr. J's Family Restaurant gefrühstückt. Als wir auf
den Parkplatz gefahren sind, kamen wir an der schnurrigen
Werbesäule von "Ted's Transmission Service", einer
Spezialwerkstatt für Automatikgetriebe, vorbei
(Bild 2.16). Die Nachbildung
eines Mechanikers, der mit seinem Oberkörper in einem Getriebegehäuse
steckt und vom Bauch ab dort herausragt, fanden wir recht lustig.
[‹ Index]
Oregon Dunes NRA, div. State Parks
an der US-101, Alsea Bay Bridge (OR) [25.08.1991]
Nördlich von Coos Bay beginnt die Oregon Dunes NRA, eine
Landschaft mit bis zu 150 m hohen Sanddünen
(Bild 2.17), die sich etwa
47 mi an der Pazifikküste entlangzieht. Im Verlauf der
US-101, die durchgehend als lanschaftlich schöne Strecke
(Scenic Road) gekennzeichnet ist, liegen an der Pazifikküste Oregons
zahlreiche weitere Erholungsgebiete und kleinere State Parks. Noch
innerhalb der Oregon Dunes NRA liegt der Umpqua Lighthouse SP
mit dem gleichnamigen Leuchtturm an der Einfahrt zur Winchester Bay
(südlich von Reedsport), durch die der Umpqua River in den Pazifik
mündet. In dieser Dünenumgebung gibt es auch Campingplätze mit
einem Badstrand an einem kleinen Binnensee. Nördlich von Florence
befinden sich an der dortigen Steilküste Oregons die Sea Lion
Caves, ein natürliches Höhlensystem mit der einzigen bekannten
Festlandskolonie von Seelöwen. Aus Zeitgründen haben wir diese
Höhlen jedoch nicht besichtigt. Wir verzichten bewußt darauf, an
dieser Stelle eine lange Liste von weiteren Sehenswürdigkeiten entlang
der US-101 anzugeben, um die Leser dieser Tagebuchnotizen damit
nicht zu langweilen. Interessenten verweisen wir stattdessen auf
eine der einzelnen Straßenkarten (Faltblatt) von Oregon [z.B. Rand
McNally: Oregon, 1990], auf der die gesamte Pazifikküste dieses
Staates mit den dortigen Sehenswürdigkeiten beschriftet ist, von
Coos Bay bis zur Nordgrenze am Columbia River nahezu lückenlos dicht.
Nördlich von Reedsport wurde der Wald immer dichter und wirkte durchaus
europäisch. Stellenweise standen dort allerdings auch Cedern,
deren bemerkenswerten Geruch wir sogar im Auto deutlich wahrnehmen
konnten. Besonders fasziniert hat uns die Alsea Bay Bridge
nördlich von Waldport (Bild 2.18),
auf der die US-101 die Öffnung dieser Bucht zum Pazifik überquert.
Diese neue Brücke, die ihre Vorgängerin von 1936 ersetzt hat, ist
erst im August 1991 für den Verkehr freigegeben worden, d.h. wenige
Tage, bevor wir sie am 25.08.1991 befahren haben. –
Kurz nach Lincoln City (OR) haben wir die US-101 an der Pazifikküste
verlassen und sind auf der OR-18 und OR-99W nach Portland (OR) ins
Landesinnere gefahren (Bild 2.01).
Im Großraum Portland wurde der Verkehr so dicht, daß wir auf der I-84
am Columbia River nach Osten noch bis Troutdale (OR) weitergefahren
sind, wo wir auch übernachtet haben. Zum Abendessen sind wir zufällig
in einem Truckstop gelandet, der von der Speditionsgesellschaft
"Burns Bros. Inc." betrieben wurde. Der zugehörige Parkplatz
stand voll mit rot lackierten LKWs dieser Gesellschaft, und das recht
große Restaurant wirkte gepflegt, war preiswert und gut besucht.
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Multnomah Falls (OR) [26.08.1991]
Auf einen eventuell vorgesehenen Besuch des Stammwerkes von Tektronix
in Beaverton (bei Portland) haben wir verzichtet. Nach dem Frühstück
in demselben Truckstop sind wir stattdessn auf der I-84 am Südufer
des Columbia River weiter nach Osten gefahren und haben die Multnomah
Falls besichtigt (Bild 2.19).
Dort stürzt das Wasser in zwei Stufen 185 m in die Tiefe, bevor
es in den Columbia River fließt.
[‹ Index]
Columbia River Gorge & Bonneville Dam (OR)
[26.08.1991]
Zwischen Troutdale und Bonneville ist das Flußtal recht eng und wird
deshalb als Columbia River Gorge bezeichnet. Wegen der
Breite des Columbia River hat man zwar nicht unbedingt den Eindruck,
daß es sich dort wirklich um eine Schlucht (Gorge) handelt, aber
der Freeway I-84 ist hier zu Recht als landschaftlich schöne Strecke
(Scenic Road) gekennzeichnet. Die im vorigen Abschnitt beschriebenen
Multnomah Falls liegen bereits in dieser Gorge. Bei Bonneville ist
der Columbia River durch den Bonneville Dam zur Stromerzeugung
gestaut (Bild 2.20). Der
Blick in die Turbinenhalle hinter dem Damm zeigt die ganze Reihe
von hintereinander stehenden Turbinen. Die Ausstellungsräume in
diesem vom "US Army Corps of Engineers" erbauten Staudamm
führten bis unter die Wasseroberfläche, wo durch mehrere Fenster
die Fischtreppe zu sehen war und man gelegentlich einige gegen die
Strömung aufsteigende größere Fische beobachten konnte. Vom Bonneville
Dam sind wir der I-84 weiter nach Osten gefolgt, wo uns auf einem
Parkplatz ein mit Paletten beladener Sattelschlepper mit Anhänger
durch seine für deutsche Verhältnisse außergewöhnliche Länge
beeindruckt hat (Bild 2.21).
Etwas weiter östlich haben wir von Hood River (OR) für 50 ¢
Brückenzoll den Columbia River überquert und sind bei Bingen (WA)
in den Bundesstaat Washington gelangt.
[‹ Index]
Ice Cave (Trout Lake WA) & Mt. Adams (WA)
[26.08.1991]
In diesem Bundesstaat an der Nordwestecke der USA wollten wir eine
Ice Cave besichtigen, von der wir gelesen hatten. Über White
Salmon sind wir auf der 25 mi langen WA-141 nach Norden dorthin
gefahren. Wir wußten jedoch vorher nicht, daß es in dieser Eishöhle
nur sog. "Self-Guided Tours" gab, d.h. daß man die Höhle
nur auf eigene Faust erkunden konnte. Vermutlich war das ungefährlich,
aber ohne geeignete Ausrüstung (Taschenlampen, stabiles Schuhwerk,
unempfindliche Kleidung) war eine derartige Besichtigung nicht möglich.
Schon am Anfang war die Höhle eng, feucht und dunkel, der Untergrund
war stellenweise matschig, und vor allem ohne ausreichende Lampen
hätten wir in der Höhle nichts gesehen und uns auch nicht orientieren
können. Mit einer geeigneten Karte wäre der Weg dorthin zu vermeiden
gewesen, denn in der "Official Washington State Highway
Map" vom staatlichen Verkehrsministerium (Department of
Transportation), die wir uns später besorgt haben, ist diese Ice
Cave mit dem Zusatz "Self-Guided Tours" versehen. Auf der
Rückfahrt zur WA-14 am Nordufer des Columbia River hatten wir
wenigstens noch einen Blick auf den 3751 m hohen Mt. Adams
(Bild 2.22) in der
gleichnamigen Wilderness nördlich von Trout Lake. –
Der Abstecher nach Norden zur Ice Cave ist im Maßstab der Routenkarte
(Bild 2.01) leider nicht zu
erkennen. Er liegt am östlichen (rechten) Ende der Schleife, die im
Norden Oregons am Grenzfluß Columbia River bis zum Ort Hood River
führt. Nach dem vergeblichen Besuch der Ice Cave sind wir in
Washington auf der WA-14 am Columbia River zurück nach Westen
gefahren und dann weiter am Fluß entlang auf der I-5 nach Norden bis
Castle Rock (WA), wo wir übernachtet haben (Kringel auf der Route
nördlich von Portland OR).
[‹ Index]
Stand: 17.06.2010 / © MG