Hinweis: Die Tagebuchnotizen sind in chronologischer Reihenfolge angegeben. Zum einfacheren Auffinden markanter Sehenswürdigkeiten ist der folgende Index mit Verweisen auf die betreffenden Notizen in sechs getrennten Kategorien jeweils alphabetisch geordnet. Zu den Verweisen in diesem Reisebericht kann man mit dem Rückpfeil des Browsers zurückkehren.
Independence Day (Tonopah NV)
[04.07.1987]
Tonopah ist ein 1847 m hoch gelegener ehemaliger Bergwerksort
in Nevada, der sich mit gegenwärtig etwa 2500 Einwohnern immer mehr
zu einer Geisterstadt (Ghost Town) entwickelt, obwohl in dessen
Umgebung auch heute noch in geringem Umfang Gold- und Silbererze
abgebaut werden. Ob das benachbarte unbesiedelte Militärgebiet
"Nellis Air Force Range" mit seinem Testgelände diesen
Niedergang verlangsamen oder gar aufhalten kann, ist äußerst
ungewiß, denn der Ort liegt abseits der großen Fernstraßen, und
die vormals bedeutende Eisenbahn ist mit dem Niedergang des
Bergbaus vollständig verschwunden. Das dortige Postamt macht
allerdings immer noch einen recht soliden Eindruck
(Bild 1.26). Tonopah ist
nach einem bedeutenden Silberfund 1901 gegründet worden und seit
1905 Verwaltungssitz des Nye County, das nach Süden bis fast an
die etwa 190 mi (ca. 300 km) entfernte Stadt Las Vegas heranreicht.
Das 1907 erbaute Mizpah Hotel war mit seinen fünf Stockwerken
(Erdgeschoß plus vier Obergeschosse) lange Zeit das höchste Gebäude
in ganz Nevada. Bei unserem Besuch war es mit seinem nahezu
unveränderten Flair des ehemals Wilden Westens immer noch in Betrieb.
Bei einem Blick in die Hotelhalle erweckte jedoch der überwiegend
rote Plüsch in der dämmerigen Beleuchtung gewisse (vermutlich nicht
ganz zutreffende) Assoziationen, die uns davon abhielten, dieses
Etablissement als Familie mit Frau und Sohn zu betreten. Außerdem
gab es genügend andere Motels und Restaurants, die in dieser Hinsicht
unverdächtig aussahen und neben der Eingangstür mit akzeptablen Preisen
warben, so daß wir keinerlei Probleme mit Kost und Logis hatten.
Am Morgen des 4. Juli waren wir zunächst überrascht, als auf der Durchgangsstraße von Tonopah ein Umzug aus den unterschiedlichsten Fahrzeugen zusammengestellt wurde, den etliche Amateur- und Profifotografen im Bild festhielten. Offensichtlich sollte dieser Umzug zum Independence Day, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, veranstaltet werden. Allerdings schien er uns in diesem kleinen Ort nicht so sehenswert, daß wir deswegen unsere Weiterreise verschieben wollten. Deshalb fuhren wir noch am Vormittag in einem großen Bogen weiter nach Nordosten zunächst auf der US-6 bis Ely NV und dann auf der US-93 bis Wendover UT. Von dort aus ging es dann am nächsten Tag auf der I-80 weiter durch die südlichen Ausläufer des Großen Salzsees (Great Salt Lake) nach Salt Lake City (Bild 1.01) mit einem kurzen Abstecher nach Süden zum Timpanogos Cave NM. Wendover selbst liegt zwar in Utah (Bild 1.27), sein westlicher Vorort (West Wendover) mit den Casinos erstreckt sich jedoch aus verständlichen Gründen über die Grenze nach Nevada. Wendover ist ursprünglich eine Eisenbahnerstadt, die 1906 als Station der Western Pacific Railroad gegründet wurde. 1983 wurde diese Eisenbahngesellschaft Teil der Union Pacific Railroad. Heute ist West Wendover ein kleineres "Spielerparadies", das nur gut eine Autostunde von Salt Lake City entfernt ist. So kommt es, daß die Motels und Restaurants überwiegend in dem etwa 1500 Einwohner zählenden Wendover UT liegen, wo kein Glücksspiel erlaubt ist, und die Casinos ausschließlich in West Wendover NV. Allerdings hatte am nächsten Morgen vor unserer Weiterfahrt kein einziges dieser Restaurants geöffnet. Da wir nicht versuchen wollten, in einem der Casino-Restaurants von West Wendover ein Frühstück zu bekommen, haben wir uns in dem Mini Mart (= Mini Market) einer Tankstelle mit Kaffee und belegten Brötchen versorgt, die mit Hilfe des äußerst zuvorkommenden Tankwarts sogar noch in einer Mikrowelle aufgewärmt wurden. Unser anschließendes Frühstück im Auto dauerte durch den zwar guten, aber zu heißen Kaffee, der in den Styroporbechern gar nicht abkühlen wollte, deutlich länger als gewöhnlich. Aber als einmalige Erfahrung auf allen unseren Reisen haben wir auch dieses ungewöhnliche Frühstück in guter Erinnerung behalten. [‹ Index]
Great Salt Lake &
Bonneville Speedway (UT) [05.07.1987]
Bei unserer Weiterfahrt in Richtung Salt Lake City führt die I-80
zunächst nahezu genau nach Osten schnurgerade durch die Salzebenen
(Salt Flats). Kurz hinter Wendover gibt es einen Aussichtspunkt
(Bild 1.28) bei dem sowohl
die Tische und Bänke des dortigen Rastplatzes als auch ein Teil der
Stellplätze gegen die Sonnenstrahlung überdacht waren. In der Nähe dieses
Aussichtspunktes liegt der weltbekannte Bonneville Speedway, auf dem
zahlreiche Höchstgeschwindigkeitsrekorde mit Automobilen erreicht worden
sind. Diese "Rennstrecke" wird vom Utah State Highway Department
zu Beginn eines jeden Sommers auf den dann trockenen und glatten
Salzebenen (Bonneville Salt Flats) abgemarkt. Normalerweise gibt es zwei
Strecken, eine 10 Meilen lange gerade Strecke für Geschwindigkeitsversuche
und einen 10 bis 12 Meilen (16 bis 19 km) langen Rundkurs abhängig
vom Zustand der Salzoberfläche. In den letzten Jahren gab es auch eine
kürzere gerade Strecke von 5 Meilen (8 km) für Geschwindigkeitstests von
langsameren Fahrzeugen. Der Bonneville Speedway wurde erstmals 1912
für den Motorsport benutzt. Er wurde 1935 weltbekannt, als Macolm Campbell
mit seinem "Blue Bird" den legendären Geschwindigkeitsrekord zu
Lande von 484,62 km/h aufstellte. Die bisher höchste Geschwindigkeit
zu Lande von 1001,67 km/h erreichte dort Gary Gabelich 1970 mit seinem
Raketenwagen "Blue Flame". Ein weiteres historisches Ereignis in
dieser unwirtlichen Gegend war am 17. Juni 1914 der Lückenschluß der ersten
transkontinentalen Telegrafenlinie.
Bei der Weiterfahrt fiel uns auf, daß der aufgeschüttete Damm der I-80 und die ihn flankierenden Weidezäune bereits im Wasser standen. Einen Eindruck davon, wie weit der Wasserspiegel des Großen Salzsees (Great Salt Lake) in den letzten Jahren gestiegen ist, vermittelte uns der abgesoffene ehemalige Tanzpalast Salt Air an seinem Südufer (Bild 1.29). Durch diesen Anstieg des Wasserspiegels ist inzwischen nahezu das gesamte Erdgeschoß mit seinen hohen Tanzsälen überflutet. Rettungversuche mit einem geschlossenen Deich um das Gebäude sind gescheitert, weil der Deich bzw. der Untergrund mit vernünftigem Aufwand einfach nicht dichtzubekommen war. Gegenüber dem Tanzpalast liegt vor der Bergflanke eine größere Industrieanlage (Bild 1.30), die wir auf Grund ihres imposanten Schornsteins zunächst irrtümlich für ein Kohlekraftwerk gehalten haben. Später haben wir jedoch erfahren, daß es sich bei dieser Anlage um die Aufbereitung (mill, concentration plant) und Schmelzhütte (smelter) für das im Tagebau gewonnene Kupfererz aus der Kennicot Open Pit Copper Mine handelt, die im Bingham Canyon auf der anderen Seite des Berges liegt. Aus Zeitgründen haben wir dieses "greatest man-made hole" von 2½ Meilen (ca. 4 km) Durchmesser und ½ Meile (ca. 800 m) Tiefe bei dieser Reise ausgelassen und erst später (bei unserer dritten USA-Reise) besichtigt. [‹ Index]
Timpanogos Cave (UT) [05.07.1987]
Nachdem wir in Salt Lake City ein Motelzimmer gebucht hatten, machten wir
uns am Nachmittag noch auf den Weg zur Timpanogos Cave, einer sehenswerten
Tropfsteinhöhle mit dem Status eines National Monument. Aus der Innenstadt
fährt man auf der I-15 etwa 30 mi nach Süden bis zu dem Ort American Fork
und dann weiter auf der Zufahrtsstraße ca. 7 mi nach Osten zu dem im Tal
gelegenen Visitor Center. Vom dort aus führt ein Wanderweg von 1½
Meilen (ca. 2,4 km) an der Steilflanke des Mount Timpanogos zum
Höhleneingang, der in einer Nöhe von 6730 ft (2051 m) um
1065 ft (ca. 325 m) über der Talsohle liegt. Von unterwegs hat
man verschiedene Ausblicke ins Tal, z.B. auf den Ort American Fork
(Bild 1.31). In den drei
Kavernen der Timpanogos Cave, die durch künstlich angelegte Tunnel
miteinander verbunden sind, gibt es unterschiedliche seltene und einmalige
Tropfsteingebilde zu bewundern. Ganz besonders haben uns die sog.
Helictites gefallen (Bild 1.32),
schraubenförmige Tropfsteinformationen, die innen hohl sind und dadurch
in alle Richtungen wachsen. – Der Aufstieg von etwa 325 m in der
heißen trockenen Luft zum Höhleneingang ist für einen Mitteleuropäer aus
den gemäßigten Breiten nicht ohne Tücken. So bekam die Mitautorin Anne
auf dieser Bergwanderung so starke Schwindelanfälle, daß sie unterwegs
rasten mußte und nich mit in die Höhle konnte. Sie wurde von einem Ranger,
der dort patroullierte, mit Trinkwasser versorgt und darüber aufgeklärt,
in diesem ungewohnten trocken warmen Klima besonders auf ihren
Wasserhaushalt zu achten und auch ohne Durstgefühl genügend zu trinken.
Nachdem sie von da an zunächst widerstrebend, aber regelmäßig sowohl das
in den Restaurants üblicherweise zur Begrüßung vor dem Essen servierte
gekühlte Wasser vollständig trank als zum Essen mehrere Tassen des
vergleichsweise schwachen amerikanischen Kaffees, waren ihre anfänglichen
Kreislaufbeschwerden wie weggeblasen.
[‹ Index]
Salt Lake City (UT) [05.07.1987]
Salt Lake City ist nicht nur die Hauptstadt des Bundesstaates Utah,
sondern auch die Welthauptstadt der Mormonen. Mit vollem Namen heißt
diese Glaubensrichtung "Church of Jesus Christ of Latter-day
Saints" bzw. auf Deutsch "Kirche Jesu Christi der Heiligen der
Letzten Tage". Durch geeignete Bewässerungsanlagen haben die
Mormonen das ursprünglich für wertlos gehaltene Land im trostlosen
Talkessel des großen Salzsees schon bald fruchtbar gemacht. Obwohl Utah
fast so groß ist wie das ehemalige Westdeutschland (ca. 88,3 % von
West- bzw. 61,6 % von Gesamtdeutschland) leben in diesem Gebirgs-
und Wüstenstaat nur etwa 1,7 Mio. Einwohner. Mehr als die Hälfte
davon (über 1 Mio.) wohnen in der Region Ogden – Salt Lake City und
knapp 10 % (ca. 160 000) in der Hauptstadt selbst. Mit etwa
4260 ft (ca. 1289 m) liegt die Stadt im Kessel des Great Basin
noch 156 m höher als die höchste Erhebung Norddeutschlands, der
Brocken im Harz. Trotz ihrer geringen Größe hat Salt Lake City eine
überregionale Bedeutung als Großhandels- und Bankzentrum.
Nach dem Abendessen haben wir noch einen Rundgang durch die Innenstadt von Salt Lake City unternommen. Unser Sohn zog es allerdings vor, sich bei den abendlichen Temperaturen von immer noch knapp 30 °C im Pool des Motels abzukühlen. Die mehrspurigen Hauptstraßen sind deutlich breiter als in anderen amerikanischen Städten. Der Legende nach soll der Mormonenführer und Stadtgründer Brigham Young eine Breite von 135 ft (ca. 41 m) festgelegt haben, damit man mit einem Ochsengepann wenden konnte, ohne zurücksetzen zu müssen. Als Autofahrer merkt man das deutlich, wenn man beim Wenden (U-Turn) von der linken Spur aus bequem auf der zweitrechten Spur der Gegenrichtung oder sogar noch weiter links ankommt, so daß den (bei rot) von links kommenden Rechtsabbiegern des Querverkehrs daneben noch genügend Platz bleibt. Das aus Klinkern gemauerte Rathaus (City Hall) wirkte in der Abendsonne mit seinen zahlreichen Türmchen recht eindrucksvoll (Bild 1.33). Wie in vielen anderen Bundesstaaten ist auch das State Capitol von Utah seinem großen Vorbild in Washington DC nachempfunden worden (Bild 1.34). Die gesamte Anlage des Temple Square mit dem Mormonentempel wirkte auch nach Einbruch der Dunkelheit bei künstlicher Beleuchtung noch imposant. Bedauerlicherweise reichte jedoch das Licht für die Pocket-Kamera ohne Stativ nicht mehr aus, so daß wir hier leider keine entsprechenden Fotos dieser eindruckvollen Bauwerke präsentieren können. Als Elektroingenieur faszinierte den Autor am nächsten Morgen die auch in dieser ordentlichen Stadt so typisch amerikanische Stromversorgung mit ihrer Hochspannungsfreileitung, den drei Einphasen-Masttranformatoren und den zusammengewurstelten Kabelanschlüssen auf der Niederspannungsseite (Bild 1.35). Wegen der hohen Anschlußwerte durch die vielen Klimaanlagen stehen diese Masttrafos überall in den Wohngebieten entsprechend nahe an den Häusern, um hohe Verluste und Spannungsabfälle zu vermeiden, die ansonsten durch die großen Ströme bei der niedrigen Netzspannung von nur 110 V unzumutbar wären. [‹ Index]
Crystal Ice Cave (ID) & Steinschlag
auf die Windschutzscheibe [06.07.1987]
Da wir den Yellowstone NP von Anfang der Planung als Nordzipfel der
Reiseroute festgelegt hatten, machten wir uns von Salt Lake City nach Norden
zu der gut 500 mi (ca. 800 km) langen "Durststrecke" dorthin auf
(Bild 1.01). Unterwegs hatten wir
von der weitgehend unbekannten Crystal Ice Cave im Lavagebiet des südlichen
Idaho erfahren, so daß wir uns spontan für den geringen Umweg entschieden,
diese Eishöhle zu besuchen (kurzer Abstecher nach Westen etwa mitten zwischen
Salt Lake City und dem Yellowstone Park an der Nordspitze der Reiseroute).
Von dort aus ging es später durch den Grand Teton NP in Wyoming wieder
südlich zurück nach Utah zum Flaming Gorge Reservoir und zum Dinosaur NM.
– Von Salt Lake City sind wir auf der I-15 entlang der Wasatch
Mountains (Bild 1.36) nach Norden
gefahren, vorbei an den Orten Ogden und Brigham City bis Tremonton UT. Von
dort ging es auf der I-84 nordwestlich nach Idaho bis zum Abzweig der
I-86/US-30. Dieser Straße sind wir nach Nordosten bis American Falls ID
gefolgt und haben dann auf der ID-39 den Snake River überquert. Ab American
Falls war der Weg zur Crystal Ice Cave ausgeschildert, der nach etwa 6 mi
von der ID-39 abzweigte und auf den letzten 12 mi über eine festgefahrene
Schotterstraße führte.
Bevor wir allerdings dort hinkamen, überholte uns ein Truck (LKW) mit Kippmulde, der vermutlich auch auf Baustellen unterwegs war. Kaum scherte er auf der gut ausgebauten einsamen Straße vor uns ein, knallte es an der Windschutzscheibe unseres Mietwagens. Bevor wir so richtig wußten, was überhaupt passiert war, verschwand der LKW, dessen Kennzeichen unleserlich verschmutzt war, auch schon mit deutlich höherer Geschwindigkeit unseren Blicken. An der rechten oberen Ecke der Windschutzscheibe zeigte sich außerhalb des Wischerfeldes ein Steinschlagschaden etwa so groß wie ein Bullenauge. Zum Glück war die Scheibe aus Sicherheits-Verbundglas ansonsten heil geblieben. Offensichtlich hatte der LKW einen Stein weggeschleudert, der entweder zwischen seinen verschmutzten Zwillingsreifen eingeklemmt war oder der einfach auf der Straße gelegen hatte. Da wir beim Autovermieter (Avis) eine Vollkaskoversicherung (Collision Damage Waiver) abgeschlossen hatten, erschien es uns nicht angemessen, den ziemlich schnellen LKW zu verfolgen und ggf. mit dem Fahrer zu streiten, ob er an dem Steinschlag schuld war oder nicht. Stattdessen rief ich abend aus dem Motel die kostenlose Notfallnummer des Autovermierters an und erklärte, was uns passiert war. Obwohl die Anweisungen zum Verhalten bei Unfällen im Mietvertrag ziemlich restriktiv wirkten, war es die größte Sorge des Telefonagenten, ob wir das Auto in diesem Zustand weiterbenutzen könnten und dazu auch bereit wären oder ob wir in eine Werkstatt müßten bzw. ein anderes Auto brauchten. Von der im Mietvertrag geforderten Anzeige bei der Polizei war in diesem Fall schon nicht mehr die Rede. Da die Schadstelle nicht störte, konnten wir einfach weiterfahren und wurden lediglich aufgefordert, diesen Schaden bei der Rückgabe des Autos nochmals anzugeben. Diese Meldung verzögerte die Rückfabe des Autos um indesamt etwa ½ Minuten für das Anhören meiner Meldung, einen Blick auf die Windschutzscheibe und einen Blick auf den Mietvertrag, ob CDW (Collision Damage Waiver) auch wirklich angekreuzt war. Damit hat sie diese Angelegenheit ganz problemlos in Wohlgefallen aufgelöst.
Die Crystal Ice Cave liegt im Südosten ausgedehnter Lavafelder (Great Rift), in dessen Nordwesten sich das National Monument "Craters of the Moon" befindet, das wir jedoch erst auf unserer dritten USA-Reise 1994 besucht haben. Durch die vulkanische Tätigkeit in diesem Gebiet besteht die Erdoberfläche hier aus schwarzer Lava und ist in diesem Bruchgebiet von zahlreichen Höhlen und Kratern durchsetzt. Einer der Krater heißt Devils Bowl (Teufelsschüssel) und ist durch eine Dampferuption entstanden (Bild 1.37). In die benachbarte Crystal Ice Cave dringt im Winter Schnee ein, der sich zu kristallklarem Eis verdichtet und im Sommer bei 0 °C zwar antaut, aber nicht schmilzt. Dadurch sind in dieser Eishöhle ähnliche Formationen aus Eis entstanden wie in Tropfsteinhöhlen aus Kalkstein. So gibt es dort u.a. einen zu Eis erstarrten "Fluß" und "Wasserfall" zu sehen. Eine solche Erscheinung "Mitten im Sommer in der Wüste natürliches Eis" ist dermaßen ungewöhnlich, daß die Entdecker der Höhle seinerzeit in Verdacht gerieten, die Sonne hätte ihnen wohl zu kräftig aufs Gehirn geschienen. – Wie in anderen Höhlen kann man auch dort nur mit einer professionellen Ausrüstung an Kamera und Fotolampen akzeptable Bilder aufnehmen, so daß wir leider keine Fotos aus dem Inneren der Höhle haben. Wir fanden die Eishöhle durchaus sehenswert und deren Bewirtschaftung durch einen privaten Betreiber erfrischend rustikal. Für den Besuch der Höhle waren wegen der heißen Wüstentemparaturen genügend wattierte Jacken aller Größen (auch für full-size people) vorhanden, und außer der kurzen Wanderung durch die Lava-Wüste zum Devils Bowl gab es in mehreren Terrarien einige Schlangen und andere Wüstentiere zu besichtigen. Beim Kauf der Tickets bekam man eine Markiernadel in die Hand gedrückt, um seinen Heimatort auf einer Landkarte zu kennzeichnen. Als das auf der vor uns hängenden USA-Karte aus verständlichen Gründen nicht möglich war, wurden wir auf die hinter uns hängende Weltkarte verwiesen, auf der wir die wenigen in Deutschland steckenden Nadeln um eine weitere ergänzen konnten.
Nach dem Höhlenbesuch sind wir die Schotterstraße zurück zur ID-39 und dann über Aberdeen, Blackfoot, I-15/US-26 bis Idaho Falls zum Übernachten gefahren. Am späten Nachmittag war noch genügend Zeit, und in der Nähe des Motels gab es nicht nur einen Supermarkt, sondern auch einen Waschsalon. Nach ihrer ersten Erfahrung in San Francisco mutig geworden, hat die Mitautorin Anne diese Gelegenheit genutzt, unsere durch das ungewohnt warme Wetter inzwischen ziemlich verschwitzte Kleidung dort zu waschen. Allerdings war sie noch zu vorsichtig, die beiden benutzten Maschinen sich selbst zu überlassen, und konnte dabei folgende unerwartete Begebenheit beobachten. In diesem Gebiet der Blackfoot-Indianer fuhr plötzlich eine Indianerfamilie, zu der 7 Kinder (wie die Orgelpfeifen) gehörten, mit einem Pick-up vor, auf dessen Ladefläche die meisten der Kinder saßen und etliche Wäschesäcke lagen. Im Handumdrehen wurden mit vereinten Kräften so viele Waschmaschinen belegt und gefüllt, wie für diese große Wäsche erforderlich waren. Die drei größeren Kinder blieben im Waschsalon, um die laufenden Maschinen zu bewachen, und die Eltern verschwanden mit den vier kleineren Kindern zum Großeinkauf im benachbarten Supermarkt. Nach deren Rückkehr wurde die Wäsche in entsprechend vielen Trocknern getrocknet, und dann begann die eigentliche Überraschung. Der Vater und ein Teil der Kinder bildeten in einer Ecke eine "Mauer" als Sichtschutz, hinter der sich die Kinder der nach Reihe umzogen, damit auch ihre getragene Kleidung gleich noch gewaschen werden konnte. Mit der größten Selbstverständlichkeit wechselten anschließend auch die Eltern nacheinander ihre Kleidung, wobei jeweils der andere Elternteil mit für ausreichenden Sichtschutz sorgte. Das alles geschah mit einer solchen Gelassenheit, die auf eine regelmäßige Gewohnheit dieser Waschtage schließen ließ. [‹ Index]
Yellowstone NP (WY) [07./08.07.1987]
Nach dem Frühstück sind wir von Idaho Falls ID auf der US-20 bis nach West
Yellowstone MT gefahren, wo wir gegen Mittag ein Quartier für die Nacht
gebucht haben. Kurz vor diesem Ort haben wir über den 7072 ft (ca. 2156 m)
hohen Targhee Pass erstmals die Continental Devide (Wasserscheide) in den
Rocky Mountains überquert, die hier die Grenze zwischen Idaho und Montana
bildet. West Yellowstone liegt direkt vor dem Westeingang dieses größten
und ältesten Nationalparks der USA, dessen Nordschleife wir noch an diesem
Nachmittag erkundet haben. Die erste markante Station waren die
Sinterterrassen der heißen Minerva-Quellen in Mammouth Hot Springs
(Bild 1.38), deren wannenförmige
Strukturen durch Kalkablagerungen aus dem Wasser entstehen. Das aus dem
Boden quellende heiße Wasser enthält mehr Kalk, als bei dessen Abkühlung
gelöst bleiben kann. Dadurch scheidet sich der Kalk nicht in den heißen
Becken ab, sondern erst, wenn das Wasser als dünner Film über die Beckenränder
läuft und dabei wesentlich kühler wird. Je nach Wassermenge, -temperatur
und Kalkgehalt entstehen dadurch die verschiedensten bizarren, aber dennoch
typischen Formen (Bild 1.39). Je nach
dem Eisengehalt des Wassers werden die Kalkformationen unterschiedlich braun
(rostig) oder bleiben bei eisenfreiem Wasser schneeweiß. Abhängig von der
Wassertemperatur kann der abgeschiedene Kalk mehr oder weniger von bestimmten
temperaturbeständigen Algen besiedelt und dadurch stellenweise entsprechend
grün werden. Damit man diese zerbrechlichen Gebilde auch aus der Nähe
bewundern kann, führen für die Besucher brückenartige Laufstege über diese
Kalkgebilde (Bild 1.40). Die Minerva
Terrace auf den vorigen Bildern bedeckt einen ganzen Berghang neben der
Ansiedlung Mammouth Hot Springs. Abhängig von der Verlagerung, Wasserströmung
und -temperatur der heißen Quellen, ändert sich die Terrassenbildung
dementsprechend. Auf der Weiterfahrt von Mammouth Hot Springs kommt man an
mehreren der über 40 Wasserfälle des Parks vorbei. Zunächst sieht man die
18 m hohen Undine Falls des Lava Creek
(Bild 1.41). Im Osten führt die
Nordschleife durch den Nationalpark zum Grand Canyon of the Yellowstone
River, nach dem der Park benannt worden ist
(Bild 1.42). Etwas weiter stromauf
zeigt der Ostrand (East Rim) dieses Canyon typische Erosionsmuster
(Bild 1.43). Die Südostecke der
Rundtour führt zu den Wasserfällen des Yellowstone River am Anfang des
Canyon, von denen hier die 33 m hohen Upper Falls zu sehen sind
(Bild 1.44).
Zurück in dem 6667 ft (ca. 2032 m) hoch gelegenen West Yellowstone haben wir in einem recht rustukalen Restaurant zu Abend gegessen. Auch hier waren die Serviererinnen einheitlich gekleidet, wenngleich ihre Uniform aus Bluejeans und weißer Bluse bestand. Nachdem wir der "Waitress" auf ihre Frage nach unserem Heimatort glaubhaft versichert hatten, daß wir dort bei nur etwa 312 ft (95 m) über dem Meeresspiegel keine nassen Füße mehr bekämen, schmecken uns die bestellten Rainbow Trouts (Regenbogenforellen) hervorragend. – Am nächsten Morgen sind wir durch das Geyser Basin zum Südeingang des Nationalparks gefahren. Sehenswert waren die heißen Zuflüsse zum Firehole River (Bild 1.45) und ein Überblick über die ausgedehnten heißen Quellen im Lower Geyser Basin (Bild 1.46). Am meisten hat uns jedoch im Upper Geyser Basin der Old Faithful beeindruckt, ein Geysir, dessen gewaltige Wasser- und Dampf-Eruptionen äußerst regelmäßig alle ca. 70 min. zu bewundern waren (Bild 1.47). Auf unserem weiteren Weg bis zum Südeigang des Parks haben wir noch dreimal die Continental Divide (Wasserscheide) überquert, und zwar am Craig Pass (8262 ft = 2518 m) sowie zwei weiteren Pässen von 8391 ft (= 2558 m) (Bild 1.48) und 7988 ft (= 2435 m), deren Namen weder in der Parkkarte noch auf dem fotografierten Schld an der Straße angegeben sind. Selbstverständlich gab es am Straßenrand zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, deren Beschreibung jedoch den Umfang dieser "Reisenotizen" überschreiten würde. Anzumerken bleibt lediglich, daß wir bei dieser Reise die Bäume des Yellowstone NP noch in ihrem vollen Grün erlebt haben. Ein Jahr darauf (1988) sind bei einem Großfeuer nahezu alle Bäume im gesamten westlichen Gebiet des Parks abgestorben, obwohl ein großer Teil der Stämme mit verbrannter Rinde stehen geblieben ist. Deshalb haben wir den Park bei unserer dritten Reise 1994 nochmals besucht und auch darüber berichtet. [‹ Index]
Grand Teton NP (WY) [08.07.1987]
Vom Südeingang des Yellowstone NP sind wir der US-191 ein längeres Stück nach
Süden gefolgt (Bild 1.01). Dabei ging
es zunächst durch den Grand Teton NP über Jackson bis Rock Springs WY, wo wir
übernachtet haben. Südlich dieses Ortes erstreckt sich über die Grenze zwischen
Wyoming und Utah das Flaming Gorge Reservoir, das es in unserem älteren
Straßenatlas noch nicht gab, aber trotzdem eine Besichtigung wert war. Von dort
aus sind wir der US-191 noch bis Vernal UT gefolgt und dann auf der US-40 nach
Osten über Jensen, UT-149 nach Fossil Bone Quarry gefahren, wo zahlreiche
Fossilien von Dinosaurierknochen zu sehen sind. Von Jensen UT ging es auf der
US-40 weiter bis Dinosaur CO und dann über CO-64, Rangly, CO-139, Douglas Pass
(8268 ft = 2520 m), Loma, US-6 nach Grand Junction in der Nordwestecke
von Colorado zur nächsten Übernachung. – Zwischen dem Yellowstone und
Grand Teton NP bot sich die dort gelegene Flagg Ranch für einen Lunch an.
Die US-191 führt als "John D. Rockefeller jr. Memorial Parkway" in
unterschiedlicher Entfernung östlich des Snake River durch den Grand Teton NP, von
wo aus wir bei klarem Wetter einen guten Blick auf die "Tetons" hatten,
die sich ohne Vorgebirge ca. 2000 m aus der Hochebene erheben. Der Grand Teton
als Namenspatron des Parks ist mit 13770 ft (ca. 4197 m) der höchste
Gipfel dieser Bergkette (Bild 1.49).
Man kann zwischen Jackson Lake Junction und Moose Junction auch auf der Teton
Park Road westlich des Snake River näher an den dort gelegenen Seen (Jackson Lake
und Jenny Lake) entlangfahren, worauf wir jedoch aus Zeitgründen verzichtet haben.
[‹ Index]
Flaming Gorge Reservoir & Dam (WY/UT)
[09.07.1987]
Das Flaming Gorge Reservoir ist eine Talsperre im Green River, der zum
Einzugsgebiet des Colorado River gehört. Der größte Teil dieses 91 Meilen
(ca. 146 km) langen Stausees liegt in Wyoming, wo es eine Stichstraße
zur Firehole Region an den See gibt. Dort sind wir jedoch nicht hingefahren.
Kurz hinter der Grenze nach Utah führt die US-191 bei Dutch John über den
Flaming Gorge Dam, der 1963 fertiggestellt und 1964 von der Frau des
damaligen US-Präsidenten Johnson eingeweiht wurde. Der Name Flaming Gorge
(flammende Schlucht) beruht auf den rot-weißen Gesteinsschichten an den
steilen Felswänden (Bild 1.50). Das
beeindruckende Stauvolumen des Reservoirs von knapp 4 Mio. acre-feet*) (genau
3 788 900 ac ft = ca. 4,7 Mrd. m³) entspricht
dem 100-fachen Volumen der Okertalsperre als größtem Stausee im Westharz.
Auch der bogenförmige Betondamm, von dem im Bild nur ein geringer Teil zu
sehen ist, hat beeindruckende technische Daten.
| Höhe über dem Flußbett Krone über NN Kronenlänge Straßenbreite Dicke am Fuß max. Überlaufmenge 3 Turbinen / Generatoren je |
455 6047 1285 27 150 29 000 50 000 |
ft ft ft ft ft cuftps hp |
138,7 1843,1 391,7 8,2 45,7 821 36 000 |
m m m m m m³/s kW |
An der Krone des Flaming Gorge Dam gab es ein kleines Visitor Center, in dem man sich über die Entstehungsgeschichte und die technischen Daten des Stauprojektes informieren konnte. Außerdem konnte das Kraftwerk unten im Staudamm auf einer sog. "Self-guided Tour" besichtigt werden, eine Gelegenheit, die ich mir als Elektroingenieur natürlich nicht entgehen ließ. Mit einem Fahrstuhl konnten wir ohne Begleitung bis zur Besuchergalerie des Kraftwerks hinunterfahren und von dort aus in die Turbinenhalle blicken. Einige Schautafeln informierten über technische Einzelheiten des Kraftwerks.
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| *) | acre foot: In den USA übliche Einheit für Stauvolumen in Talsperren Anschauliche Bedeutung: 1 acre (gut 0,4 ha) Gelände-Fläche steht 1 foot (gut 0,3 m) hoch unter Wasser 1 acre = 4840 square yards = ¹/640 square mile = 4046,86 m² = ca. 0,4047 ha (Flächenmaß) 1 foot = 12 inches = ¹/3 yard = 0,3048 m (Längenmaß, üblich für Höhenangaben) 1 acre foot = 1233,48 m³ (Volumenmaß, üblich für Stauvolumen) |
Dinosaur NM (UT/CO) [09.07.1987]
Auf der Weiterfahrt vom Flaming Gorge Dam zum Dinosaur NM haben wir in
Jensen UT (Bild 1.51) Mittagspause
gemacht. In Erinnerung ist uns dieser kleine Ort mit nur etwa 450 Einwohnern
geblieben, weil wir an der dortigen Tankstelle mit Café einen Amerikaner
getroffen haben, dessen Vorfahren aus Bremen stammen und der einiges über
Deutschland wissen wollte. Von Jensen führt die UT-149 zu den Fossil Bones
nach Quarry (Bild 1.52), der einzigen
Stelle in diesem National Monument, an der fossile Dinosaurierknochen in großer
Zahl ausgestellt werden (Bild 1.53).
Dabei handelt es sich um eine der größten Fundstellen von Dinosaurierfossilien
der Welt. An der durch Faltung aufgerichteten Felswand wird ein etwa
140 Millionen Jahre altes versteinertes Dinosaurierskelett Stück für Stück
freigelegt und als Relief erhalten. Das Labor, in dem viele der Funde gereinigt
und präpariert werden, gehört ebenfalls zur Ausstellung. Bei dem Ort Dinosaur
CO, über den wir weitergefahren sind, liegt zwar das Hauptquartier (Headquarter)
des gleichnamigen National Monument, und es führt auch eine Stichstraße dort
hinein, allerdings gibt es an diesem Informations- und Verwaltungssitz keine
Dinosaurierknochen zu sehen.
Von der US-6, auf der wir mehr oder weniger zufällig nach Grand Junction CO hineingefahren sind, zweigte im Norden der Innenstadt die North Ave ab, die sich als historische Business Route mit zahlreichen Motels und etlichen Restaurants erwies. Dort fanden wir ohne Mühe ein kleines von der Eigentümerfamilie geführtes Motel und in dessen Nachbarschaft auch ein gutes Steakhouse. Von dem El Palomino Motel sind uns zwei Dinge in Erinnerung geblieben. Das eine war die Inhaberin, die mit einem Gipsbein auf einem niedrigen Hocker inmitten ihres Büros saß mit allen erforderlichen Unterlagen in Reichweite um sich herum arrangiert. In diesem scheinbaren Chaos hatte sie jedoch ihr Office voll im Griff. Das andere war die völlig geräuschlose Klimaanlage, deren ausgedehnter Verdampfer ohne Lüfter sich unmittelbar unter der Zimmerdecke an der Rückwand des Zimmers über die gesamte Zimmerbreite erstreckte. Eine geeignet geformte Blende mit angemessen breiten Spalten zu Decke und Rückwand verdeckte den Verdampfer und ermöglichte sowohl die Zirkulation der Zimmerluft als auch den Ablauf des daraus kondensierten Wassers. Zum Abendessen hatte uns die Motelwirtin das nur ein paar Grundstücke weiter an der Business Route gelegene Steakhouse der Kette "Mr. Steak" empfohlen, wo wir zu Fuß hingegangen sind. Dort konnte ich meiner Frau Anne und meinem Sohn Oliver endlich demonstrieren, warum ich seit meinem ersten dienstlichen USA-Aufenthalt so für Prime Ribs schwärme. Dort gab es diese Art der Steaks*) von 8 bis 18 Unzen in Schritten von 2 Unzen, d.h. von ca. 227 g bis ca. 510 g in Schritten von ca. 57 g (1 oz = 1/16 lb = 28,35 g), bei Bedarf auch noch größer. Wir entschieden uns alle drei für je ein zünftiges 10-Unzen Prime Rib (ca. 285 g), zu dem wir jedoch Kaffe bzw Cola trinken mußten, weil Mr. Steak damals keine Alkohollizenz hatte. Unser Sohn hätte jedoch mit seinen 16 Jahren in den USA ohnehin kein Bier bekommen. Seit diesem Abendessen teilen sowohl meine Frau und Mitautorin Anne als auch unser Sohn Oliver meine Vorliebe für Prime Ribs. Ich mußte sie danach nicht mehr überreden, diese besonderen Steaks während der weiteren Reise gelegentlich nochmals zu bestellen.
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| *) | Das "Prime Rib" ist ein spezielles Steak, das es in dieser Art in Deutschland generell nicht gibt. Nach Auskunft eines hiesigen Schlachtermeisters, der sich bei seinen Kollegen in den USA schlaugefragt hat, entsteht Fleisch von der "ersten Rippe" (hohen Rippe) in dieser Form und Beschaffenheit nur bei den amerikanischen Rinderrassen, wenn sich die Tiere außerdem auf weitläufigen Weideflächen (open range), d.h. mit viel Bewegung, von kargem Gras ernähren. Nur dadurch bildet sich dieses magere Muskelfleich, das mit den bei uns üblichen Rindern und deren optimierter Mast mit nur wenig Bewegung der Tiere grundsätzlich nicht zu produzieren ist. |
Black Canyon of the Gunnison NM (CO)
[10.07.1987]
Von Grand Junction sind wir auf der US-50 über Montrose CO bis zur CO-347
gefahren, die 8 mi hinter Montrose von der US-50 nach Norden abzweigt und
über das Visitor Center des National Monument zum besser erschlossenen
Südrand (South Rim) des Black Canyon of the Gunnison NM führt
(Bild 1.01). Nach dessen
Besichtigung ging es zurück nach Montrose und von dort auf folgenden
"Schleichwegen" im Zickzack nach Südwesten: US-550, Ridgway, CO-62,
Dallas Divide (8970 ft = 2734 m), Placerville, CO-145, Abstecher
nach Telluride CO (Stichtraße CO-S145), Lizard Head Pass (10 222 ft
= 3116 m), Dolores, CO-145, US-160 bis Cortez CO zum Übernachten. –
Am Südrand (South Rim) des Black Canyon führt eine etwa 8 mi lange Straße zu
gut einem Dutzend Aussichtsspunkten, von denen man bemerkenswerte Einblicke
in den Canyon hat (Bild 1.54). Deshalb
sind wir nur nur an diesem South Rim entlanggefahren, um den an der engsten
Stelle 1725 ft (ca. 525 m) tiefen und zwischen seinen oberen Rändern 1150 ft
(ca. 350 m) breiten Canyon zu bewundern. Von einem der Aussichtspunkte an
der Randstraße hat man einen guten Ausblick auf die Painted Wall
(Bild 1.55), eine Steilwand, die wegen
ihrer grau-weißen Musterung so genannt worden ist. Der weniger gut erschlossene
North Rim hat uns wegen der guten Ausblicke vom Südrand und aus Zeitgründen
nicht besonders gereizt. Außerdem kann man zum sog. "East Portal"
hinunterfahren, wo der Gunnison River in den Black Canyon hineinfließt. Vor
einer Fahrt zur Talsohle auf der kurvenreichen East Portal Road mit 14 %
Gefälle hatte die Mitautorin Anne jedoch gewisse Bedenken, so daß wir auf diese
Abfahrt verzichtet haben. Im Laufe von 10 Jahren konnten diese Bedenken jedoch
ausgeräumt werden, d.h. bei der nächsten Besichtigung des Black Canyon auf
unserer vierten Reise waren wir 1997 auch an diesem East Portal und haben
dessen Beschreibung in unseren Reisebericht darüber aufgenommen. Bei der oben
bereits erwähnten Weiterfahrt nach Cortez auf der landschaftlich schönen CO-145
bot sich zwischen Telluride und dem (10 222 ft = 3116 m) hohen
Lizard Head Pass dieser malerische Ausblick auf die umgebenden Rockies
(Bild 1.56), auf denen im Juli noch
Schnee lag.
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Stand: 10.09.2009 / © MG