| ¹ ² ³ º ª |
sachlich falsch, fast immer unverständlich inkorrekt, ungebräuchlich, ggf. Stilblüte, oft schwer verständlich peinliche Verwechslung, evtl. Slang- oder Vulgärausdruck, sachlich falsch, fast immer unverständlich nicht übersetzt, diese Bedeutung im Deutschen (fast) unbekannt aus übersetzter amerikanischer oder englischer Belletristik |
| Individuelle Erläuterungen in der Kommentarspalte Allgemeine Hinweise unter 4. Anmerkungen [^ Inhalt] |
| Englischer Begriff |
Fragwürdige Übersetzung |
Richtige Übersetzung |
Kommentar |
|---|---|---|---|
| actual | aktuell ¹ | eigentlich, tatsächlich, konkret | actual value = Istwert (Regelungstechnik) |
| barracks | Baracken ¹ | Kaserne | Baracken = huts, shacks |
| bathroom lavatory restroom (am.) ladies' ~ (am.) |
Badezimmer (²) ª Waschraum (²) Ruheraum ¹ ª ~ der Damen ¹ ª |
oft: Toilette, WC oft: Toilette, WC Toilette, WC Damentoilette |
ª angeblich in einer 'Kirche' bzw. im 'Theater', (²) trifft oft nicht zu, denn 'toilet' gilt im Englischen als Tabuwort. Frage (z.B.): 'where can I wash my hands?' |
| body bag | Rucksack ³ | Leichensack | Rucksack = rucksack, knapsack, backpack (am.) |
| to boot | stiefeln ¹ | booten | hochfahren eines Computers mit kaskadiertem Ladeprogramm (Bootstrap Loader) |
| to bootstrap | die Schuhe zubinden ¹ | sich an den Haaren aus dem Sumpf ziehen | Münchhausen zieht dafür im Englischen an den Stiefelschlaufen (bootstraps) statt an seinen Haaren |
| (to) break down | herunterbrechen ¹ ² | analysieren, auflösen, aufschlüsseln, aufspalten, einteilen, gliedern, unterteilen | ursprüngliche Bedeutung: einreißen, kaputt gehen, niederreißen, scheitern,
versagen, zerfallen, zersetzen, zusammenbrechen u.Ä.; nach [6a] aber nie 'herunterbrechen'! |
| bullion ~ balance |
Bouillon ¹ ² | Gold- / Silberbarren Goldwaage |
Bouillon = beef tea Brühwürfel = bouillon cube |
| cable ~ car |
Kabel Kabel ² Kabelbahn ² |
in 5 v. ca. 10 Fällen r aber auch: Telegramm Seil, Strang, Trosse, Tau (Ankertau) Seilbahn hist. Straßenbahn |
im Sinne von Elektrokabel, -Leitung Kabel für Telegramm ungebräuchlich auch Tragseil, Zugseil auch Ankerkette auch Standseilbahn mit unterirdischem Zugseil (San Francisco) |
| cage | Käfig ¹ ² ª | Förderkorb | in einer Erzählung über historischen Bergbau ! |
| chef | Chef ¹ ª | Küchenchef, Chefkoch | in einer Erzählung über ein Hotel (siehe auch Chef) |
| circuit IC integrated ~ p.c. printed ~ p.c.b. printed ~ board |
Schaltkreis ² ª integrierter ~ gedruckter ~ |
Schaltung integrierte ~ gedruckte ~ Leiterplatte, Platine |
circuirt bedeutet u.a. auch Stromkreis, aber für ein Gebilde bzw. Gerät aus mehreren Stromkreisen ist "Schaltung" der richtige deutsche Begriff |
| circuit breaker | Stromkreis- unterbrecher ² ª | Ausschalter Leistungsschalter [2] Hauptschalter |
neben vielen speziellen Bezeichnungen ist die teilwörtliche Übersetzung (Spalte 2) in der deutschen Fachsprache völlig unbekannt! (ggf. auch Notschalter) |
| current page zero page |
Stromseite ¹ ² Nullseite ¹ ² |
aktuelle Seite Seite null |
laufende (aktuelle) Seite bzw. Basisseite innerhalb eines in Seiten (pages) unterteilten Arbeitsspeicher eines Computers (hp um 1970) |
| depression the Depression |
Depression Depression ² |
meistens r, aber: Weltwirtschaftskrise [1] |
"the (Great) Depression" (1929/30) wird leider immer öfter unzutreffend mit "Depression" übersetzt! |
| engineer ship's ~ hoist ~ |
Maschinist ¹ ² | Ingenieur Schiffsingenieur Fördermaschinist |
unterschiedliche Wortstämme: engine bzw. Genius, verantwortlich für komplizierte Maschinenanlage im Bergbau (Ausnahme !), ansonsten: machinist = Maschinenschlosser, oiler = Maschinenwärter |
| Ezechiel | Ezechiel (º) | (Hesekiel) | Neue Schreibweise dieses Propheten in der deutschen Bibel gegenüber 'Hesekiel' in der früheren Luther-Übersetzung |
| floating point number | Fließpunktzahl ² Fließkommazahl ² Gleitpunktzahl ² |
Gleitkommazahl | to float = gleiten, treiben;
fließen = to flow ! der englische Dezimalpunkt entspricht dem deutschen Dezimalkomma ! |
| fool's gold | Narrengold ² | Katzengold | Schwefelkies, Pyrit (Mineral) |
| game at large | Großes Spiel ¹ ² | Wildwechsel | wörtlich: Wild auf freiem Fuße |
| glasses field glasses |
Gläser ² Gläser ² Feldgläser ² |
Gläser Brille Fernglas Feldstecher |
allgemein richtig, aber: übliche Bezeichnung für beide Augen |
| lavatory | Waschraum (²) | oft: Toilette, WC | siehe: bathroom, (lavatory, restroom) |
| lecture room, lecture hall |
Vorlesungssaal ² ª | Hörsaal | 'Vorlesungssaal' weder in [1] oder [3] noch im deutschen Duden zu finden! |
| lens | Linse ² Linse ² ª Linse ² Linse ² |
Linse Glas Objektiv Klemmlupe Lupe |
nur in allg. Bedeutung richtig, ansonsten: Brillenglas (Brille = glasses) in Kamera oder Fernrohr für Uhrmacher oder Juweliere Vergrößerungsglas allgemein |
| molded | gemoldet º ª | geformt | auch: ausgeformt, geschimmelt, gestaltet, profiliert, umspritzt u.a. |
| power supply | Energieversorgung ² ª | Netzteil Netzgerät |
Stromversorgungsteil eines elektronischen Gerätes Stromversorgungseinheit als selbständiges Gerät |
| power transistor | Energietransistor ² ª | Leistungstransistor | power = Energie, Leistung, Kraft uam. |
| public viewing | öffentliches Fernsehen ¹ ³ | "öffentliche Leichenschau" | Ausstellung eines aufgebahrten Leichnams [3] |
| pull-down pull-up |
Abzug ¹ Aufzug ¹ |
Entladung Aufladung |
einer Leitung oder eines "Knotens" in einer (digitalen) elektronischen Schaltung |
| active pull-up drivers | aktive Aufzugsantriebe ¹ ² | Gegentakt-Treiber | Aufladung der Lastkapazität über einen
aktiven Treiberzweig (schnell) bzw. über einen passiven
Arbeitswiderstand (langsam) gefunden in der technischen Beschreibung eines speziellen IC's (Anfang bis Mitte der 1970-er Jahre) |
| passive pull-up resistors | passive Widerstands- Aufzüge ¹ ² | Eintakt-Treiber | |
| restroom (am.) | Ruheraum ¹ ª | Toilette, WC | siehe: bathroom, (lavatory, restroom) |
| screw to screw screw she is a good ~ to have a ~ to screw |
Schraube ³ ª sie ist eine gute ~ ³ eine ~ haben ³ schrauben ³ ª |
Schraube schrauben Nummer [1] sie bumst gut [1] vögeln, bumsen [1] vögeln, bumsen [1] ficken (vulg.) [3] bumsen (vulg.) [3] abzocken (sl.) [3] bescheißen (sl.) [3] mausen [3] |
korrekt in der Technik, aber auch Slang beim Sex (ggf. vulg. bis inf.) Geschlechtsverkehr (1 von 6 Bedeut.) (1 von 3 Bedeutungen) (je 1 von ca. 30 Bedeutungen) |
| silicon | Silikon ¹ ª | Silizium | halbleitendes chemisches Element, Si Grundstoff für moderne Halbleiter und ICs Silikon = silicone (mit e am Ende !), wärme- und wasserbeständiger Kunststoff für Fugendichtung und Brustimplantate) |
| slot | Slot º ª | Loch (für Lötpin) | allgemein: Schlitz, Nut, Kerbe, Münzeinwurf, Langloch uam. |
| slot machine | Münzautomat, Spielautomat |
hierzulande bekannt als "einarmiger Bandit" | |
| soldering iron | Löteisen ² ª | Lötkolben | auch Lötgerät (übliches Material: Kupfer) |
| solenoid | Solenoid º ª | Magnetspule | auch Elektromagnet, Zylinderspule u.ä. |
| totem-pole stage | Totempfahl-Stufe ² | Gegentakt-Stufe | die Ähnlichkeit der bei dieser Verstärkerstufe im Schaltbild übereinander angeordneten Elemente (Widerstände, Transistoren, Dioden) mit einem Totempfahl ist nicht prägnant zu übersetzen |
| violators [^ Inhalt] |
Übertreter / Verletzer von Gesetzen ², Vertragsbrüchige, Schänder, Eindringlinge |
Zuwiderhandelnde (sofern zutreffend) (eher selten) |
als juristisch eingeführter Begriff (Wortungetüm), der außer Gesetzen und Verträgen auch sonstige Verbote erfasst, in fast keinem Wörterbuch zu finden |
| Deutscher Begriff |
Fragwürdige Übersetzung |
Richtige Übersetzung |
Kommentar |
|---|---|---|---|
| aktuell | actual ¹ | relevant, current, up-to-date | actual = eigentlich, tatsächlich, konkret |
| beschaffen Beschaffung ~ von Bauteilen Beschaffer Beschafferin |
procuring ³ procurer ³ procuress ³ |
to procure procurement parts ~ |
förmlich korrekt, aber auch "Kuppelei betreiben" procuring = Kuppelei (in [1] u. [3] nur diese Bed.) procurer = Zuhälter, Kuppler (in [1] nur diese Bed.) procurer = Vermittler (in [3] auch diese risk. Bed.) procuress = Kupplerin (in [1] u. [3] nur diese Bed.) |
| Chef | chef ¹ | chief, boss, head | chef (en) = Küchenchef; Chef (dt) = je nach Sparte auch director, governor, commander, principal, man in charge [1, 3] |
| Handy | handy ¹ | mobile (phone) cell(ular) (phone) |
handy = handlich! mobile = mobile phone (brit.) cell = cellular = cell phone = cellular phone (am.) |
| Leseverstärker | read amplifier ² | sense amplifier | "read amplifier" nur richtig als Lesestromtreiber als Verstärker eines Lesesignals immer "sense amplifier" in geregelten Netzteilen auf Deutsch "Fühlerverstärker" |
| Mutter (für Schrauben) Sechskantmutter |
mother ¹ screw ~ ³ |
nut hex nut |
screw mother = "Puffmutter", nie Schraubenmutter; Slangbedeutung von srew = "Nummer" im Sinne von vögeln, bumsen (siehe auch Anmerkungen) |
| Unternehmer | undertaker ³ | entrepreneur | undertaker = Leichenbestatter |
| versichern [^ Inhalt] |
to insure ¹ |
to insure to ensure |
nur für "ein Risiko versichern" die Richtigkeit einer Behauptung versichern (bekräftigen) |
Die Übersetzung bzw. das Verständnis einer Fremdsprache, und sei es das allgegenwärtige Englisch, ist nicht immer ohne Tücken. Dabei kann es leicht zu unverständlichen, schnurrigen oder gar blamablen Fehlern kommen. Der Ungeübte fällt nur zu leicht auf sog. "falsche Freunde" herein, also auf Wörter verschiedener Bedeutung, die sich in beiden Sprachen phonetisch oder orthographisch ähneln. Das englische 'to become' = 'werden', jedoch eben nicht 'bekommen', dürfte den meisten noch aus der Schule bekannt sein. Aber davon gibt es natürlich noch viele mehr, wie man sich durch Schmökern in einem Büchlein wie [4] leicht überzeugen kann. Weitere Fallstricke erschweren sogar dem Profi-Übersetzer oft die Auswahl der richtigen Vokabel, da deren Bedeutungen in beiden Sprachen nur selten deckungsgleich sind. So hat 'game' meistens die Bedeutung 'Spiel' (im Sinne von Glücksspiel), kann aber auch 'Wild' bedeuten (s.o.). Dafür ist 'Spiel' je nach seiner Art mit 'Game' (Unterhaltungs~ oder Glücks~), 'match' (Wettkampfs~) oder 'play' (Theater~, Kinder~ oder ~ eines Musikinstrumentes) zu übersetzen. Dabei ist es manchmal hilfreich und regt zumindest zum Nachdenken an, wenn man die Beschriftung 'game at large' im Nordwesten der USA auf Verkehrszeichen an Waldstraßen findet, wo weit und breit kein Spielcasino in Sicht ist (s.o.). Manchmal hängt die Bedeutung auch von der Beugungsform bzw. Art der Wortbildung (Substantivierung) ab, die zwischen Wohl und Wehe unterscheidet, z.B. 'procurement' = 'Beschaffung' (formell, seriös) im Gegensatz zu 'procuring' = 'Kuppelei' bzw. 'procurer' = 'Zuhälter'. Auch Vorsilben oder Präpositionen können die Bedeutung verändern, z.B. 'versichern' = 'to insure' (ein Risiko ~) bzw. 'to ensure' (die Richtigkeit einer Behauptung ~). Problematisch kann es schon im englischen Alltag mit der Frage nach einer Toilette werden, denn das engliche Wort 'toilet' gilt als Tabu, weil es von den Briten (und vermutlich auch den Kanadiern) offensichtlich als noch unanständiger empfunden wird als von den Deutschen die umgangssprachlichen Ausdrücke 'Klo' oder 'Lokus'. So begegnet man statt des Begriffs 'toilet' fast nur Umschreibungen wie 'bathroom' (Badezimmer), 'lavatory' (Waschraum) oder in den USA 'restroom' (Ruheraum), auch wenn eindeutig nur(!) die Toilette gemeint ist (siehe oben unter 'bathroom'). Daher kann man als Deutscher einen Briten zur Verzweiflung bringen, wenn man ihn auf seine umschreibende Frage "Where can I wash my hands?" in einen Waschraum (ohne Toilette) schickt. Amüsiert haben mich unter anderem die beiden folgenden Übersetzungen: Bei einer amerikanischen Hochzeitszeremonie gibt es in der betreffenden Kirche (vermutlich einer 'wedding chapel') ein 'Badezimmer' statt einer 'Toilette', und in einem Pariser Theater des 19. Jahrhunderts gibt es einen 'Ruheraum der Damen' statt einer 'Damentoilette'. So können selbst Profis irren!
Noch tückischer wird es auch für Profis bei Fachausdrücken aus einem fremden Fachgebiet, bei zusammengesetzten Wörtern und vor allem bei Redewendungen, die oft nur weitgehend frei übersetzt werden können. Riskant ist es immer, die Bestandteile zusammengesetzter Wörter einzeln zu übersetzen, weil das unter Umständen zu ungebräuchlichen, ggf. schwer verständlichen Begriffen oder sogar Stilblüten führt. Da kann sogar eine einfache Vokabel wie 'lecture room' zum 'Vorlesungssaal' mutieren, so als hätte der Übersetzer seine Vorlesungen niemals in einem deutschen 'Hörsaal' über sich ergehen lassen. Diese "schräge" Übersetzung taucht neuerdings immer wieder in Werken der Belletristik auf, die aus dem Englischen oder Amerikanischen ins Deutsche übertragen worden sind. Ich habe keine Vorstellung, welche skurrilen Wörterbücher oder Übersetzungsprogramme dort verwendet werden, aber den Begriff 'Vorlesungssaal' habe ich bisher weder im Collins [1], im LEO [3] oder neben etlichen anderen mit Vorlesung zusammengesetzten Wörtern im aktuellen Duden gefunden, noch ist er mir in meiner 44-jährigen aktiven Zeit (als Student und Wissenschaftler) an der TU Braunschweig je begegnet. Mit so einer unglücklichen Übersetzung von Teilwörtern wird aus dem englischen 'soldering iron' schon mal ein deutsches 'Löteisen', entsprechend einem Bügel- oder Plätteisen, statt richtig ein 'Lötkolben' oder allenfalls ein 'Lötgerät'. Geradezu Legende sind die nicht auszurottenden Verwechslungen von 'silicon' (= Silizium) aus der Halbleitertechnik mit 'Silikon' (= silicone) für Brustimplantate sowie alle verunglückten Übersetzungversuche von 'floating point number' aus der Rechnertechnik, die auf Deutsch nicht 'Gleitkommazahl' heißen.
Im Englischen würde sich der Lügenbaron von Münchhausen nicht etwa 'an den Haaren aus dem Sumpf ziehen', sondern an seinen 'Stiefelschlaufen' (bootstraps), die im Inneren der Langschäfte ggf. mit zusätzlichen Griffhaken das Anziehen erleichtern. An diesen Sachverhalt erinnert in der modernen Computertechnik das sog. 'Booten', d.h. das Hochfahren eines Computers mit Hilfe eines Bootstrap-Loaders (kaskadiertes Ladeprogramm). Als Kapitulation ist die Übernahme eines englischen Begriffs ins Deutsche anzusehen, der hier weder eingeführt noch verständlich ist (z.B. slot, solenoid oder molded – gemoldet). Wie soll der normale Leser ein solches Wort verstehen, wenn das schon dem Profi-Übersetzer nicht gelingt, sei es weil er weder ein geeignetes Wörterbuch noch einen Fachmann für das betreffende Fachgebiet zu Rate zieht? Allerdings lernt auch der Autor dieser Seite hinzu, der den Namen 'Ezechiel' dieses Propheten aus dem Alten Testament bisher nur aus amerikanischen Bibelausgaben kannte, die in nahezu jedem Motelzimmer in den USA zu finden sind. Offensichtlich ist die deutsche Bibel inzwischen auch nicht mehr, was sie als Luther-Übersetzung zu Zeiten unseres Religions- und Konfirmandenunterrichts einmal war, denn damals hieß dieser Prophet auf Deutsch noch 'Hesekiel'. Eine mentale Sperre scheinen sogar die meisten Verfasser von Wörterbüchern bei dem deutschen Begriff für 'violators' zu haben, denen auf fast jedem amerikanischen Verbotsschild mehr oder weniger drakonische Strafen angedroht werden. Die 'Übertreter' oder 'Verletzer' von 'Gesetzen', die man ggf. als Übersetzung findet, klingen noch viel schwerfälliger als das juristisch eingeführte Wortungetüm 'Zuwiderhandelnde', das in nahezu keinem allgemeinen Wörterbuch zu finden ist. Dieser Oberbegriff schließt jedoch alle ein, die gegen Gesetze verstoßen, Verträge brechen oder sonstige Verbote übertreten. Das ist allerdings auf den meisten Verbotsschildern in den USA tatsächlich gemeint, auch wenn kein Gesetz zitiert wird und kein Vertrag besteht.
In meinen etwa 38 Berufsjahren habe ich immer wieder mit der englischen (bzw. amerikanischen) Fachsprache aus den Bereichen Nachrichtentechnik, Elektronik und Computertechnik zu tun gehabt, sei es beim Lesen von Fachliteratur, Handbüchern und Arbeitsunterlagen, beim Verfassen technischer Berichte, beim Vortragen von Arbeitsergebnissen oder bei der Teilnahme an internationalen Arbeitsbesprechungen. Hinzu kamen etliche Reisen nach Großbritannien und in die USA sowie mehrere längere Urlaube als Individualtourist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (USA-Reiseberichte*), bei denen auch eine eigene Sammlung amerikanischer Bergbaubegriffe [5] entstanden ist. – Der Einstieg in die englische Fachsprache nach dem Studium ließ sich beim Lesen mit dem vorhandenen Schulwörterbuch und einem guten Fachwörterbuch [2] noch ganz gut bewältigen, aber der aktive Wortschatz war zum Verfassen von englischen Berichten oder zur aktiven Teilnahme an englisch geführten Diskussionen zunächst noch sehr spartanisch. In dieser Situation hat mir der Bericht eines älteren Ingenieurs gezeigt, dass damit wohl jeder zunächst gewisse Probleme hat. Dem Betroffenen fiel Ende der 1950-er Jahre in den prüden USA bei der Arbeit die Vokabel für eine (Schrauben-)Mutter nicht ein (nut bzw. hex nut). Als seine amerikanischen Kollegen nicht verstanden, was er mit einer 'mother' meinte, und er daraufhin das benötigte Teil als 'screw mother' genauer bezeichnen wollte, lachten alle brüllend los. Da ihn niemand über seinen so erheiternden Fauxpas aufklären wollte und ihm auch sein Wörterbuch nicht weiterhalf, hat er einem seiner Kollegen nach Feierabend hinreichend viel Bier spendiert. Der hat sich dann im Schwips endlich erbarmt, mit wortreichen Umschreibungen zu erläutern, dass eine 'screw mother' so etwas wie eine 'Puffmutter' sei (siehe oben unter 'Mutter'). Aber auch heute noch scheint die Vulgär- oder Slangbedeutung des Wortes 'screw' nicht einmal allen Profiübersetzern bekannt zu sein, die erotische Texte aus dem Englischen oder Amerikanischen übertragen (siehe oben unter 'screw').
Danach ist 'learning by doing' oder 'training on the job' (sinngemäß auf Deutsch 'üben, üben, üben') immer noch die sicherste Methode, es zu gewissen Fertigkeiten zu bringen. Leider habe ich nicht alle Schnurren der Übersetzungskunst, die mir bisher begegnet sind, systematisch gesammelt. Ich versuche jedoch, die Bemerkenswertesten davon in der obigen kleinen Liste zusammenzutragen. Die stammen jedoch durchaus nicht alle aus meinem beruflichen Umfeld, sondern auch aus der Belletristik englischen und amerikanischen Ursprungs. Übersetzer der Unterhaltungsliteratur sind offensichtlich leicht überfordert, sobald es nur etwas ins Technische geht. Beispiele dieser Herkunft habe ich zusätzlich mit ª markiert. Dabei ist es deutlich einfacher, aus der Fremdsprache in die eigene Muttersprache zu übersetzen, als umgekehrt, und leistungsfähige Wörterbücher 'Englisch – Deutsch' sind heute auch kein Luxus mehr. Als für mich das Schulwörterbuch nicht mehr reichte, hat mir vor über 25 Jahren ein britischer Kollege den 'Collins' [1] empfohlen. Dieses gewichtige Großwörterbuch von 2 kg schätze ich bis heute, weil es mich mit der Angabe von Präpositionen sowie zahlreichen zusammengesetzten Wörtern und Redewendungen fast nie im Stich gelassen hat. Heutzutage bietet sich beim Arbeiten am PC mit Internetzugang, besonders über Netzwerk oder DSL-Flatrate, ein Online-Wörterbuch wie der LEO [3] an. Dabei entfällt das oft zeitaufwendige Blättern, besonders wenn man bei einer herausgesuchten Vokabel (in der Fremdsprache) deren Bedeutungsbereich überprüfen will. So habe ich beim Verfassen oder Bearbeiten englischer Texte seit einigen Jahren außer dem Textprogramm meistens auch den LEO in einem Browserfenster geöffnet, um dort schnell und bequem nachschauen zu können, und sei es auch nur die korrekte Schreibweise eines nicht so geläufigen Wortes. Dieses Verfahren hilft ziemlich gut gegen viele der oben gesammelten Verwechslungen bzw. Irrtümer, aber nur, wenn das Nachschauen nicht zu umständlich ist oder man sich im konkreten Fall über jeden Selbstzweifel erhaben fühlt. [^ Inhalt]
| [1] |
Collins: German – English / English – German Dictionary Collins, London & Glasgow, 1980, ISBN 0-00-433481-7 Deutsche Ausgabe: Pons-Großwörterbuch, Collins deutsch – englisch, englisch – deutsch Lizenzausgabe für Ernst Klett, Stuttgart, 1. Aufl. 1981, ISBN 3-12-517150-4 |
| [2] | Harry Wernicke: Lexikon der Elektronik, Nachrichten- und Elektrotechnik, 2 Bände: Englisch – Deutsch / Deutsch – Englisch Herausgeber Rohde & Schwarz, Verlag H. Wernicke, Deisenhofen, 1968 |
| [3] | LEO: Online-Wörterbuch Englisch/Deutsch http://dict.leo.org/*) LEO GmbH in Zusammenarbeit mit der TU München, 1995 – 2006 |
| [4] | Harald Kipp: Non-Verwexlikon ® Englische Vokabeln, die am häufigsten verwechselt werden Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, 1986, ISBN 3-404-60142-4 |
| [5] |
Manfred Gärtner: Englische Vokabeln für Bergbaubegriffe nur Englisch – Deutsch*), ca. 130 Stichworte USA-Reiseberichte, Sammlung WB05, 1994 – 2008 [^ Inhalt] |
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